Aktuelle Ausstellungen in Wien

Als Freund der Fotografiekunst und Außenpolitik-Nerd sehe ich mir selbstverständlich Echos of Everday Syria in der Leica Galerie an. Der Schweizer Fotograf Dominic Nahr war zwischen Winter 2024 und Frühling 2026 im „neuen“ Syrien unterwegs und fängt in beeindruckenden Fotos den Alltag nach dem Sturz Assads ein. Er war auch in der Ukraine unterwegs, lese ich in seiner Biographie. Die Ausstellung ist nicht allzu umfangreich, aber bei freiem Eintritt unbedingt empfehlenswert. (Bis 12.9.)

In der Wiener Secession sind derzeit drei Ausstellungen zu sehen und natürlich immer das bei Touristen beliebte Beethovenfries von Klimt. The Heart of My Machine is Golden Lead von Mire Lee ist eine beeindruckende Installation einer großen sich drehenden Baumaschine kombiniert mit hohen Metallwänden unter denen sich rote Farbteiche befinden mit denen man Blut assoziiert. Industrielles trifft Organisches. (Bis 26.8.)

Im ersten Stock werden zwei in die Fensterfront „integrierte“ Videoarbeiten von Onyeka Igwe gezeigt unter dem Titel No Archive Can Restore this Chorus of (Diasporic) Shame. Beide setzen sich assoziativ und kreativ mit dem Kolonialismus in Nigeria auseinander am Beispiel eines kolonialen Archivs. Die filmischen ästhetischen Mittel werden durch eine beeindruckende Klanglandschaft ergänzt. (Bis 30.8.)

Im Keller wieder eine Fotoausstellung. Katharine Hubbard setzt sich in The Great Room mit der ästhetischen Frage auseinander, wie sich das Innenleben eines Menschen am besten fotografisch einfangen lässt. Sie dokumentierte fünf Jahre lang den sich verschlechternden gesundheitlichen Zustand ihrer Mutter Antonette Berger. Eines ihrer Stilmittel ist, oft das Fotografieren selbst zum Thema zu machen, also die Metaebene der Fotoproduktion einzubeziehen. Das Ergebnis ist beachtlich. (Bis 30.8.)

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