Burgtheater 20.10. 26
Regie: Stefan Bachmann
Mit: Stefanie Reinsperger, Sebastian Wendelin, Gunther Eckes, Stefanie Dvorak, Tilman Tuppy, Justus Balamohan Maier, Aaron Blanck, Martin Schwab
Als ich zur Vorbereitung den Schülerscherz des Alfred Jarry noch einmal lese, bin ich gespannt, wie Stefan Bachmann dieses alberne Spektakel auf die Bühne bringen will. Er entscheidet sich für einen „Comedy-Ansatz“. Der Vorhang bleibt unten und Stefanie Reinsperger (eingesprungen für den abgesprungenen Joachim Meyerhoff) als König Ubu und Sebastian Wendelin als seine Gattin geben das Stück primär als requisitenreiche Zweier-Conference mit Einbeziehung des Publikums: Mehrmals werden Leute aus dem Parkett mehr oder weniger freiwillig auf die Bühne komplimentiert. Das sorgt für Spannung (hoffentlich bin ich nicht die Nächste!) und die Show der beiden Protagonisten funktioniert passabel. Schauspielerisch toben sich die beiden auch ganz amüsant aus.
Nach einer guten Stunde folgen jedoch die beiden anderen, weniger bekannten Ubu-Teile, und hier kippt der Abend dann schnell in eine unerträgliche Langeweile. Das Alberne hat sich inzwischen totgelaufen, die brutale Aufspieß-Szene passt so gar nicht zum übrigen Slapstick-Stil und die Musical-Einlagen verlängern die Angelegenheit nur sehr unnötig. Ein alberner Monty-Python-Sketch, der fünf Minuten dauert, kann hervorragend sein. Derselbe Sketch auf zwei Stunden aufgeblasen wäre eine Katastrophe. Ganz ähnlich dieser viel zu lange Abend, weshalb ich dann eine gute halbe Stunde vor dem Ende das Burgtheater verlasse.