Kategorie: Deutschsprachig

Markus Werner: Der ägyptische Heinrich

dtv (Amazon Partnerlink) Beinahe konnte man schon glauben, Markus Werner sei eine Ausnahme von der Regel, dass hervorragende Autoren ab und zu auch schwache Bücher schreiben. Verglichen mit den kleinen Meisterwerken wie „Zündels Abgang“ oder „Festland“ fällt sein letzter Roman deutlich ab. Die manchmal an den Stil des unsäglichen Gotthelf erinnernde Sprache kann ebensowenig überzeugen…
Weiterlesen

Neu als Taschenbuch

Einer der besten deutschen Romane der letzten Jahre endlich als Taschenbuch: Wolfgang Hilbigs „Das Provisorium“ (Fischer TB; EUR 9,90).

Bernhard Schlink: Liebesfluchten. Geschichten

Büchergilde / Diogenes detebe (Amazon Partnerlink) Da ich Schlinks Roman „Der Vorleser“ – ein bemerkenswertes Zusammentreffen von Bestseller und guter Literatur – noch in bester Erinnerung hatte, lag der Griff zu seinem Erzählungsband nahe. Der Gesamteindruck ist nicht negativ, einige Geschichten sind ausgezeichnet („Das Mädchen mit der Eidechse“), eine ist unglaubwürdig konstruiert („Zuckererbsen“). Fast alle…
Weiterlesen

Norbert Niemann: Schule der Gewalt. Roman

Hanser Verlag Nach dem gelungenen Debüt „Wie man’s nimmt“ griff ich gespannt zu dem noch druckfrischen zweiten Roman des Autors. Ein Fehler, wie sich schnell herausstellte, denn das Buch ist völlig missglückt. Offensichtlich am Reißbrett entworfen, reiht Niemann pauschal ein Klischee über Jugend und Popkultur* an das nächste, vieles davon nur behauptet statt gezeigt. Das…
Weiterlesen

Andreas Breitenstein über Robert Menasses neuen Roman

Viel wird sie gescholten, die Literaturkritik der Gegenwart: Es mangele ihr an ästhetischer Reflexion, sie sei zum verlängerten Arm der Werbeabteilungen der Verlage verkommen. Aber es gibt sie noch, die klugen Rezensionen, nicht wenige davon sind in der NZZ zu finden. Ein aktuelles Beispiel ist Andreas Breitensteins umfangreiche Auseinandersetzung mit „Die Vertreibung aus der Hölle“.…
Weiterlesen

Hartmut Lange: Die Reise nach Triest. Novelle

detebe (Amazon Partnerlink) Mein erstes Werk von Hartmut Lange, eine knapp komponierte Novelle. Ein schwer kranker Philosophieprofessor bemerkt, dass seine Familie bereits begonnen hat, seinen Tod zu planen. Während einer Italienreise „verschwindet“ er spurlos. Langes Erzählkunst besteht in der präzisen Knappheit des in kurzen Abschnitten Geschilderten. Der Leser erfährt nur das Notwendigste, um die psychologische…
Weiterlesen

Eingetroffen: Schreibheft Nr. 56

Schon das Durchblättern der neuen Ausgabe reicht aus, um den besonderen Rang dieser Zeitschrift bestätigt zu finden. Ein Schwerpunkt ist diesmal das Verhältnis von Literatur und Wissenschaft. Als Beispiel seien nur Jan Kjaerstads „Die Spaltung des Romans. Literatur und Quantenphysik“ sowie Svend Age Madsens „Der Gen-Spiegel“ genannt.

Das “Literarische” Quartett

Seit heute wissen wir es endlich, warum MRR, der größte aller großen Literaturkenner, ambitionierte Romane verabscheut: In ihnen fehle bei Dialogen oft „Er sagt“ und „Sie sagt“, weshalb man sich nicht auskenne, belehrte er sein Publikum. Liebe Autoren, warum müsst Ihr es denn Euren Lesern SO schwer machen? 😉 Aber man muss den Mut des…
Weiterlesen

Thomas Bernhard und seine Lebensmenschen – Der Nachlass

Ausstellung in der Wiener Nationalbibliothek Viele interessante Dokumente aus dem Nachlass, nicht zuletzt die bis jetzt nur ansatzweise transkribierten Notizbücher und Korrespondenzen seines Großvaters, Johannes Freumbichler. Darunter befindet sich einiges auch literarhistorisch aufschlussreiches, so ein Brief des Wiener Paul Zsolnay Verlags vom 25. Juni 1938 über ein eingesandtes Manuskript: Zwar ist man sich wie das…
Weiterlesen