Burgtheater 22.02. 26
Regie: Simon Stone
Bühnenbild: Lizzie Clachan
Mit: Elisabeth Augustin, Franziska Hackl, Roland Koch, Michael Maertens, Fabia Matuschek, Birgit Minichmayr, Caroline Peters, Leonie Rabl, Thiemo Strutzenberger, Michael Wächter, Tristan Witzel.
Simon Stone gehört inzwischen eindeutig wie Andrea Breth oder Martin Kušej zu meinen Lieblingsregisseuren. Von seiner letzten Medea (zur Notiz) am Burgtheater bis hin zu seinem Wozzeck (zur Notiz) in der Wiener Staatsoper bin ich von seinen Inszenierungen fast immer sehr angetan. Auch dieses Das Ferienhaus ist herausragend auf die Bühne gebracht. Die sorgfältig als Haus ausgestaltete Drehbühne sorgt für abwechslungsreiche Gestaltung und wird auch klug dazu verwendet, die SchauspielerInnen in Bewegung zu halten.
Generell erinnert die Herangehensweise inklusive der auf der Bühne eingeblendeten Jahresangaben wegen der vielen Rückblenden mehr an einen (gelungenen!) Film als an einen Theaterabend. Man muss sich vier Stunden lang konzentrieren, damit man den Handlungssprüngen und der „Timeline“ gut folgen kann. Dass die meisten Figuren von mehreren SchauspielerInnen gespielt werden, erhöht den Anspruch noch. Kurz, Stone sieht sein Theaterpublikum als intellektuell fähiges Gegenüber an. In Zeiten, in denen in Netflix-Filmen die Charaktere laut aussprechen müssen, was gerade zu sehen ist, eine Wohltat.
Das Ensemble ist durch die Bank exzellent. Michael Maertens finde ich endlich wieder einmal hervorragend. Birgit Minichmayr ist das ohnehin immer. Auch alle anderen spielen in der Topliga. Obwohl ich bei Klassiker-Potpurris immer skeptisch bin, habe ich an diesem Remix von Ibsen-Motiven eigentlich auch nichts auszusetzen. Die Pädophilie-Thematik passt leider nur allzu gut in unsere Epstein-Zeiten.
Uneingeschränkt empfehlenswert.