The Death Don’t Die

Filmcasino 19.6. 19

USA 2019
Regie: Jim Jarmusch

Leider ein völlig misslungener Film. Das schmerzt mich umso mehr als ich Jim Jarmusch sehr schätze. Der Grund für das Scheitern ist vor allem das Fehlen jeglicher Subtilität, was die Botschaft des Films angeht. Die offensichtliche Grundannahme des Werks: Meine Zuseher sind alle Idioten. Sollte sich Jarmusch primär an die Trump-Wähler richten, denen man wie mäßig begabten Grundschülern alles vier Mal erklären muss, wäre der Film ein Volltreffer.

Die Botschaft des Films, die Zombies stehen als Symbol für uns Konsumzombies, und die Gier nach Materiellem wird den Planeten zerstören, wird mit einer Primitivität eingehämmert, dass sie genau das Gegenteil vom Intendierten bewirkt: Einen Abwehrreflex. Dabei ist der Film so gut darin, diese Dinge zu zeigen. Etwa wenn die Zombies umstandslos ihre Lieblingstätigkeiten wieder aufnehmen. Sie verlangen nach Chardonnay und rennen mit ihren Smartphones durch die Straßen dieser fiktiven amerikanischen Kleinstadt. Doch Jarmusch lässt es dabei nicht gut sein, sondern es wird wieder und wieder und wieder verbal thematisiert. Das Ende des Films ist eine Predigt.

Das passt nun so gar nicht zum Genre des ironischen Zombiefilms. Dabei hätte The Death Don’t Die so viel Potenzial. Das Duo Bill Murray und Adam Driver mit ihrem trockenen Humor sind ganz hervorragend. Ebenso die vielen Anspielungen auf das Zombiegenre und die Nerdkultur. Warum Jim Jarmusch nach seinem wunderbar subtilen und poetischen Film Paterson [Notiz] hier plötzlich den Holzhammer auspackt, ist mir völlig rätselhaft.

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