Hiob

Burgtheater 16.6. 19

Regie: Christian Stückl

Mendel Singer: Peter Simonischek
Deborah Singer: Regina Fritsch
Schemarjah: Christoph Radakovits
Jonas / Mac: Oleg Tikhomirov
Menuchim: Tino Hillebrand

Die Liste der gescheiterten Theateradaptierungen von Prosatexten ist Legion. Mit diesem „Hiob“ am Burgtheater ist sie wieder um einen Eintrag reicher. Im Gegensatz zu den Gepflogenheiten des modernen Regietheaters setzt Christian Stückl ausgerechnet bei diesem von Joseph Roth in die Gegenwart transferierten Bibelstoff auf Naturalismus: Peter Simonischek ist als orthodoxer Jude mit Schäfchenlocken verkleidet. Ebenso seine Familienmitglieder. Die Bühne wird von Klischees beherrscht, die über die Musik noch mit Kitsch angereichert wird: Eine ästhetisch tödlich Kombination.

Bis zur Pause (als ich das Burgtheater verließ) war auch nichts vom existenziellen Thema des Hiob zu spüren, das ja bekanntlich rund um die Theodizee-Frage kreist. Keine Tragik nirgends. Dafür zum Stoff völlig unpassende humorvolle Elemente. Ein völlig missglückter Theaterabend.

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