Der fliegende Holländer

Wiener Volksoper 25.3.19

Dirigent: Marc Piollet
Regie: Aron Stiehl

Daland, ein norwegischer Seefahrer: Stefan Cerny
Senta, seine Tochter: Meagan Miller
Erik, ein Jäger: Vincent Schirrmacher
Mary, Sentas Amme: Annely Peebo
Der Steuermann Dalands: Szabolcs Brickner
Der Holländer: Markus Marquardt

Mir war schon vorher bewusst, dass eine Wagner-Oper an der Volksoper mit einem signifikanten ästhetischen Risiko verbunden ist. Tatsächlich wird es ein im schlechten Sinn sehr mittelmäßiger Abend. Das Orchester ist der Partitur gerade so gewachsen: Von der Dämonie in der Musik ist nichts hören. Das Ensemble singt sehr unausgewogen. Peebo als Senta ließ sich vor der Aufführung als „erkältet“ ausrufen, liefert dann aber trotzdem eine passable Performance. Marquardt als Holländer hat allerdings entweder einen sehr schlechten Abend oder ist für diese Rolle einfach eine Fehlbesetzung. Ihm fehlt sowohl das stimmliche Volumen für Wagner als auch die vokale Gestaltungskraft. Auch hier von Dämonie und anderen menschlichen Abgründen keine Spur. Seine Stimme dringt regelmäßig nicht über das Orchester hinweg. Die anderen „Nebenrollen“ singen dagegen auf hohem Niveau, speziell Schirrmacher als Jäger. Das Ergebnis ist ein musikalisch leider völlig unausgewogener Abend.
Die Inszenierung und das Bühnenbild dagegen empfinde ich als sehr gelungen und besser als vieles an der Staatsoper: Modern ohne künstlich ein entlegenes Motto zu erfinden.

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