Lexika

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Kindlers Literaturlexikon

Der Kindler ist das umfangreichste deutschsprachige Lexikon der Weltliteratur, dessen dritte und vorläufig letzte Auflage 2009 erschienen ist. Wem die 2400 Euro damals zu teuer waren, der bekommt die 18 Bände jetzt in einer Sonderausgabe für 999 Euro.

Das Ende der Encyclopaedia Britannica

Wenige Buchprojekte beeindruckten mich mehr als die Encyclopaedia Britannica. Die Vorzüge dieser Enzyklopädie habe ich hier mehrmals angepriesen, beispielweise in dieser Empfehlung. So wohlwollend ich elektronischen Büchern gegenüber stehe, in diesem Fall wird die virtuelle Ausgabe so schnell kein Ersatz für die Printausgabe sein können. Zumindest am Monitor wird man niemals Artikel in Buchlänge lesen wollen. Eine Ebook-Ausgabe für Kindle und Co. könnte eine bessere Alternative sein.

Das Ende der gedruckten Britannica ist das Ende einer Ära. Meine Ausgabe wird dauerhaft ihren Ehrenplatz in meiner Bibliothek behalten.

Encyclopaedia Britannica kapituliert vor Internet (Die Welt)

Angekommen im Digitalzeitalter
(Süddeutsche)

The sad death of the Encyclopaedia Britannica
(The Telegraph)

Kleines Lexikon der Reise-Irrtümer

Als passionierter Reisender wollte ich mir dieses Buch natürlich nicht entgehen lassen, obwohl ich damit rechnete, dass mir eine Reihe der Irrtümer schon bekannt wären. Korrekt! Speziell das Thema Reisepraxis konnte mir kaum noch Neues bieten. Wessen Erfahrung sich hier noch in Grenzen hält, der wird von Nele-Marie Brüdgam aber viele wertvolle Tipps bekommen, etwa zum Thema, wo man am besten was bucht. Ansonsten sind die Einträge meist sehr unterhaltsam und informativ. Wer wissen will, warum nachhaltiges Reisen oft nicht sehr nachhaltig ist; warum Frankfurt eine bessere Reisedestination ist als sein Ruf; wieso Reiseprofis gerne Pauschalreisen buchen oder wo man im Urlaub die wenigsten Deutschen antrifft; der wird das Buch so gerne lesen, wie ich es tat.

Nele-Marie Brüdgam: Kleines Lexikon der Reise-Irrtümer.

Britannica 2.0

Entdeckte eben überrascht, dass die Britannica nicht nur ein Blog hat, sondern auch auf You Tube und Twitter vertreten ist.

Kaufempfehlung: Encyclopeadia Britannica

An anderer Stelle habe ich mich bereits ausführlich über meine Lieblingsenzyklopädie verbreitet. Wer noch keine in seiner Bibliothek stehen hat, sollte jetzt zugreifen: Bei der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft gibt es die schöne, bibliophile Renaissance Edition aus dem Jahr 2005 nun für 999 Euro. Bestellnummer 21314-6

Brockhaus 21. Auflage

Gibt es ab Herbst 2005, wie dieser Meldung zu entnehmen ist: Buchmarkt via Internetarchiv.

Encyclopaedia Britannica: Historische Artikel

In der letzten Zeit lese ich wieder verstärkt in der Britannica, die sich als Enzyklopädie vom großen Brockhaus unter anderem dadurch unterscheidet, dass man in der Macropaedia viele Artikel in Buchlänge zu buchstäblich allen Wissensgebieten findet.
Die Britannica ersetzt also eine kleine Bibliothek. Der kürzlich von mir gelesene Artikel über die „Roman Civilization“, entspricht etwa 250 Buchseiten und ist von einer Qualität, die man zwischen zwei Buchdeckeln erst nach längerem Suchen finden würde. Geschrieben von mehreren Spezialisten wirkt er stilistisch trotzdem einheitlich und erweist sich (im Gegensatz zum „normalen“ Lexikonartikel) als hervorragend lesbar.

Es ist nicht in erster Linie die Sachkompetenz der Verfasser, auf welche die außergewöhnliche Qualität dieser Artikel beruhen, sondern der regelmäßige Wechsel der Perspektiven. Kondensierte erzählte Geschichte, oft wohltuend pointiert wiedergegeben, wechselt mit abstrakter Einordnung des Geschehens in weltgeschichtliche Zusammenhänge, wobei kulturelle und ökonomische Faktoren nicht zu kurz kommen.

Als dritte Ebene kommt noch die Forschungsperspektive hinzu. Anstatt eine Theorie zu vertreten, werden divergierende Forschungsauffassungen präsentiert, womit der Leser en passent einen Einblick in die Kontroversen des Fachgebiets erhält.
Es dürfte also kaum bessere Möglichkeiten geben, sich mit den historischen Grundlagen einer Epoche oder eines Landes vertraut zu machen, als die Macropaedia. Das gilt selbstverständlich auch für viele andere Wissensgebiete, weshalb die Britannica in keiner Bibliothek fehlen sollte!

Erwähnt sei noch, dass der Artikel über „Greek Civilization“ etwa 90 Buchseiten länger ist als der über die römische, eine plausible Schwerpunktsetzung, wie ich meine.

Lexikographisches

Gedanken über die aktuelle Lexikonflut von Hans-Albrecht Koch in der NZZ.

343 amerikanische Autoren …

…versammelt das neue Metzler-Lexikon amerikanischer Autoren. Laut Thomas Leuchtenmüller ein sehr lobenswertes Unterfangen [Perlentaucher].

The Reader’s Companion to World Literature

Signet Classics Paperback (Amazon Partnerlink)

Ein 800-Seiten-Lexikon über die Weltliteratur für gut 18 Euro, da kann man nur wenig falsch machen. Habe es gerade bestellt und werde darüber berichten.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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