Literaturbetrieb

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Die ersten Bände der neuen Robert-Musil-Ausgabe

Auf die neue Gesamtausgabe der Werke Musils wies ich bereits an anderer Stelle hin. Hier nur der kurze Hinweis, dass nun die ersten beiden dicken Bände erschienen sind. 38 Jahre nach der letzten Edition!

Mann ohne Eigenschaften 1: Erstes Buch, Kapitel 1-75

Mann ohne Eigenschaften 2: Erstes Buch, Kapitel 76-123

Vom großzügigen Satzspiegel her sicher die bisher best lesbare Buchausgabe dieses grandiosen Romans.

Die neue Robert-Musil-Ausgabe ab Herbst 2016

2009 erschien die im Wesentlichen von Walter Fanta erarbeitete Klagenfurter Musil-Gesamtausgabe. Sie hat aus Sicht der Leser allerdings einen maßgeblichen Schönheitsfehler: Es handelt sich um eine DVD. So erfreulich die Verfügbarkeit eines zuverlässigen Textes für die Literaturwissenschaft auch sein mag, eines der wichtigsten literarischen Werke des 20. Jahrhunderts muss auch in Buchform verfügbar sein. Diesen Wunsch äußerte ich bereits 2010 in meiner Rezension der digitalen Ausgabe.

Nun ist es endlich soweit! Im Salzburger Jung und Jung Verlag erscheint ab dem Herbst 2016 eine zwölfbändige neue Leseausgabe. Nach meinen Recherchen veröffentliche ich diese Informationen hier exklusiv zum ersten Mal.

Der Editionsplan sieht folgendermaßen aus:

Band 1 – Der Mann ohne Eigenschaften 1 (Herbst 2016)
Band 2 – Der Mann ohne Eigenschaften 2 (Herbst 2016)
Band 3 – Der Mann ohne Eigenschaften 3 (Frühjahr 2017)
Band 4 – Der Mann ohne Eigenschaften 4 (Herbst 2017)
Band 5 – Der Mann ohne Eigenschaften 5 (Frühjahr 2018)
Band 6 – Der Mann ohne Eigenschaften 6 (Herbst 2018)
Band 7 – Selbstständige Veröffentlichungen (Frühjahr 2019)
Band 8 – Unselbstständige Veröffentlichungen 1 (Herbst 2019)
Band 9 – Unselbstständige Veröffentlichungen 2 (Frühjahr 2020)
Band 10 – Fragmente aus dem Nachlaß (Herbst 2020)
Band 11 – Tagebuchhefte (Herbst 2021)
Band 12 – Briefe von und an Robert Musil (Herbst 2022)

Ergänzt werden die Bücher durch zahlreiche Online-Informationen wie einer Konkordanz und einem Stellenkommentar.

Die Preise pro Band sind noch nicht bekannt.

Dichter beschimpfen Dichter

Wessen Interesse an der Weltliteratur sich auch auf deren Autoren erstreckt, wird schnell konstatieren: Es gab schon immer viel Neid und Bosheit im Literaturbetrieb. Wer das bezweifelt, kann sich in der inzwischen zehn Jahre alten Anthologie Dichter beschimpfen Dichter ein beeindruckendes Bild machen. Jörg Drews war beim Zusammensuchen der Zitate federführend. Angeordnet sind sie nach Autorennamen, unter Goethe findet man also alle Beschimpfungen über Goethe. Ab und zu findet man eine weitere Untergliederung nach Werken.

Einige Beispiele:

Die Bachmann is a arrogante Gurkn.
– H.C. Artmann

Seine Eloquenz ist lendenlahm und brüchig.
– Brutus über Cicero

Langweilige Limonade.
– Döblin über Hesse

Prosa wie aus einem oberbayerischen Landratsamt. Brei auf Stelzen.
– Deschner über Jünger

Bei Goethe ist der Roman keine Kunstform, sondern eine Rumpelkiste: gewaltsam aneinander gepappte, divergente Handlungsfragmente, hineingestreute übel an den Hauptfaden verknüpfte Novellen, Aphorismen, einander widersprechende Erziehungsmaximen, allgemeine Waidsprüchlein (totsicher den ungeeignetsten Personen in den Mund gelegt: was läßt er zum Beispiel Ottilie für onkelhaft weltkundige „Gedankensplitter“ in ihr Tagebuch schreiben! – vom fragwürdigen Wert mancher Bemerkungen noch ganz zu schweigen!).
– Arno Schmidt

Kurz: Eine sehr vergnügliche Lektüre!

Jörg Drews (Hrsg.): Dichter beschimpfen Dichter. Ein Alphabet harter Urteile (Haffmans)

Das Journal der Brüder Goncourt erstmals auf Deutsch

[4. April 2013]

Nach der zurecht viel gelobten ersten Komplettübersetzung der Tagebücher des Samuel Pepys – Notizen – wagt sich Haffmans nun an das nächste Großprojekt: Das vollständige Journal der Brüder Goncourt soll auf Deutsch herausgebracht werden. Wer bis zum 31. August 2013 subskribiert, wird als Förderer namentlich in der Ausgabe genannt werden. Werde mich wohl in die Liste der Subskribenten einreihen.

Weitere Informationen:

Pressemeldung

[23. Dezember 2013]

Inzwischen ist die Ausgabe erschienen und steht bei mir auch im Bücherregal. Einen ausführlichen Artikel über das Projekt schrieb Jens Jessen in der ZEIT: Genies der Gehässigkeit:

Selten ist ein verlegerisches Großprojekt so unauffällig, ja nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit ins Werk gesetzt worden. Gab es ein Getuschel in literarischen Hinterzimmern, das wir vielleicht überhört haben, ein nervöses Gezischel, einen langsam sich beschleunigenden Herzschlag unter Liebhabern und fiebernden Kennern? Neun Jahre lang haben erst zwei, dann drei Übersetzerinnen daran gearbeitet, Subskribenten mussten geworben, Finanzmittel in beträchtlicher Höhe bewegt worden sein, schwierige und schwierigste editorische Fragen gelöst werden. Der Gegenstand der gewaltigen Anstrengung war keine entlegene Trouvaille, die man so oder so oder auch nur mittelmäßig hätte präsentieren können.

Es war und ist und liegt jetzt zum ersten Mal vollständig auf siebentausend Seiten in Deutsch vor: das berühmteste Zeugnis literarischen Lebens überhaupt. Jeder kennt es, jeder nennt es, auch wenn er es niemals gelesen hat, ständig wird es zitiert, auch wenn meist aus zweiter oder dritter Hand. Über die Giganten des 19. Jahrhunderts, über Flaubert und Zola, Baudelaire und Turgenjew und Maupassant, wüsste man deutlich weniger ohne dieses Werk – über manche sogar fast nichts und über andere jedenfalls das Saftigste, das Schrillste und Deutlichste nicht.
[…]

Neue Proust-Übersetzung

Der Reclam Verlag bringt die neue Proust-Übersetzung von Bernd-Jürgen Fischer heraus. Der ersten Band erscheint Ende September. Ich habe alle vorbestellt.

Balzac: Verlorene Illusionen

Meine Balzac-Lektüre ist in den Notizen nur in einem sehr kleinen Ausschnitt dokumentiert. Las ich doch eine Vielzahl seiner Romane in den neunziger Jahren, also bevor ich meine Lektüre in dieser Form hier festhielt. Mein Verhältnis zu dem Franzosen ist zwiespältig. Ich schätze seine literarische Schaffenskraft, speziell den Einfallsreichtum seiner Geschichten und Figuren. Ich wundere mich aber auch, wie schlampig viele seiner Werke komponiert sind. Man sieht ihn förmlich an seinem Pariser Schreibtisch sitzen, wo er – literweise Kaffee trinkend – seine Bücher so schnell wie möglich niederschreibt.

Die Verlorenen Illusionen sind eine Ausnahme und wohl in ästhetischer Hinsicht Balzacs bester Roman – zumindest was seine Wälzer betrifft und wenn man die Erzählungen einmal ausklammert. Das Buch kombiniert zwei populäre Genres des 19. Jahrhunderts, den Entwicklungsroman und den Gesellschaftsroman. Die Entwicklung des jungen Lucien Chardon, welcher sich später adelsanmaßend Lucien de Rubempré nennen wird, läuft allerdings völlig schief. Während der junge Wilhelm Meister seinen Entwicklungsroman als eine im humanistischen Sinn reifere Persönlichkeit verlässt, endet Lucien als unmoralischer, desillusionierter Zyniker.
Dabei beginnt alles so vielversprechend in der Provinz, wo der erste Teil der Verlorenen Illusionen spielt. Mit seinem bescheidenen Talent gilt er der provinziellen Oberschicht der beteiligten Kleinstädter natürlich als Genie. Er findet in Naïs de Bargeton, die in Angoulême in der Gesellschaft den Ton angibt, eine Förderin, in die er sich trotz des Altersunterschieds natürlich sofort verlieben muss. Die beiden fliehen nach Paris. Balzac stellt Lucien in der Provinz strukturell geschickt seinen Freund David Séchard zur Seite. Ähnlich begabt wie der eingebildete Lucien ist er ihm charakterlich entgegengesetzt, was einen hübschen Kontrast ergibt.

Paris fügt dem Roman eine weiteren strukturellen Kontrast hinzu: Metropole gegen Kleinstadt. Ohne an dieser Stelle zu sehr auf den Inhalt eingehen zu wollen: Lucien blamiert sich bei seinem ersten Auftritt in der Oper, seine Gönnerin lässt ihn auf Rat einer einflussreichen höfischen Verwandten fallen, ja wird Lucien letztendlich durch eine fein gesponnene Intrige ruinieren.
Lucien gerät nun durch Vermittlung eines skrupellosen Vertreters seiner Zunft in die Kreise von Journalisten. Auch hier stellt Balzac wieder ein Kontrastbild gegenüber: eine hochanständige Gelehrtengruppe. Anständig ist nämlich bei den Journalisten gar nichts. Da werden Kampagnen gefahren, Artikel gekauft, Freunde hoch geschrieben, Feinde herunter gemacht. Kurz: Es regiert die Korruption. Wie der Zufall spielt, las ich parallel Ryan Holidays Trust me, I’m lying, in dem er jede Menge unmoralische Methoden der Blogszene beschreibt (zur Notiz). Die Medientechnik ändert sich, die miesen Qualitätsstandards sind dieselben!
Balzac thematisiert auch den Literaturbetrieb wenig schmeichelhaft. Wie heute noch, kommen Bücher oft auf einem Weg zustande, der nichts mit Qualität und viel mit Kommerz und Beziehungen zu tun hat. Mit dieser Ebene bekommt Verlorenen Illusionen eine Selbstreferenzialität, welche einen wesentlich Beitrag zur literarischen Qualität des Buches leistet: Literatur, welche explizit über ihre Entstehungsbedingungen reflektiert. Es sei an dieser Stelle auch noch erwähnt, dass Luciens Freund David in der Provinz eine Druckerei betreibt, und damit auch dieser Teil des Buchgeschäfts die entsprechende Aufmerksamkeit erhält. Diese Ebene ist nur eine von sehr vielen Themenfeldern, die Balzac kongenial verknüpft abdeckt. Neben der besten Pariser Gesellschaft, treffen wir auf armes studentisches Milieu oder auch die Theater- und Schauspielerszene. Letztere wieder inklusive sämtlicher korrupter Machenschaften von Kritikern.

Trotz der vielen unterschiedlichen Themen ist die Architektur des Romans viel ausgewogener als bei den meisten anderen Büchern Balzacs. Zusätzlich ist er einer der überzeugendsten klassischen Gesellschaftsromane, dessen Vielfalt ebenso beeindruckt wie die Lebendigkeit seines Personals. Doch Vorsicht: Wer mit diesem Buch in Balzacs Welt einsteigt, könnte von seinen anderen Werken dann enttäuscht sein!

Honoré de Balzac: Verlorene Illusionen (insel taschenbuch)

Karlheinz Rossbacher: Lesen und Leben

Karlheinz Rossbacher prägte bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2008 Generationen von Salzburger Germanistikstudenten. Ich zähle selbst dazu: Nicht nur besuchte ich in den neunziger Jahren eine Reihe von Rossbachers Seminaren, er betreute auch meine Diplomarbeit und meine Dissertation. So sind einige literarische Themen seines neuen Buches für mich alte Bekannte. Erwähnt sei seine Vorliebe für Goethe, aber auch jene für die Kriminalliteratur. Überrascht dagegen war ich von vielen biographischen Einsichten, die jetzt im Nachhinein einige Ecken erhellen, die während meines Studiums dunkel geblieben sind.

Rossbacher hat keine klassische Gelehrten-Autobiographie geschrieben. Lesen und Leben ist eine Essaysammlung. Angeordnet sind die Texte alphabetisch, wobei jeder Buchstabe durchaus mehrmals vorkommen darf. Ohne dies überprüft zu haben, bleibt am Ende der Eindruck zurück, dass die Literatur über das Leben dominiert. Die Frage, ob ein Professorenleben eine autobiographische Aufarbeitung verdient, spricht Rossbacher zu Beginn selbst an. Eine typisches zentraleuropäisches Problem, wenn man sich das umfangreiche akademische Memoirenwesen aus dem angelsächsischen Raum vor Augen hält. Das autobiographisch-literarische Doppelkonzept zeugt von Bescheidenheit, an vielen Stellen hätte man gerne noch mehr gewusst.

Dabei ist Rossbacher die angelsächsische Welt nicht fremd. Heute sind Fernreisen für junge Menschen eine Selbstverständlichkeit. Als Rossbacher 1963 als dreiundzwanzigjähriger Fulbright-Stipendiat den Atlantik überquerte, war es noch eine Besonderheit. Dieses erste Zusammentreffen mit einer anderen Kultur gibt viele Denkanstöße. Wie sehr dieser amerikanische „Kulturschock“ auch zwanzig Jahre später einen aus der Provinz stammenden jungen Menschen noch beeinflussen kann, zeigt als weiteres Beispiel Alle Toten fliegen hoch: Amerika des Schauspielers Joachim Meyerhoff.

Amerikanische Literatur spielt in Lesen und Leben eine prominente Rolle. Schon zu Beginn beim Buchstaben B stoßen wir auf Bulkington, ein Essay, der sich gut eignet, Rossbachers Vorgehensweise zu illustrieren. Ausgehend von der Jugendlektüre einer stark gekürzten Ausgabe des Moby Dick und nach dem Einstreuen vieler interessanter Lesefrüchte von Brecht bis Canetti, macht uns Rossbacher schließlich mit der Figur des Seemanns Bulkington bekannt, die mir vor vielen Jahren bei meiner Lektüre des Romans gar nicht aufgefallen war. Ich besuchte freilich auch kein Seminar über die amerikanische Literatur des 19. Jahrhunderts wie Rossbacher damals an der University of Kansas, über das ebenfalls ein kurzer Exkurs zu lesen ist. Nach diesen wohldosierten Abschweifungen landen wir wieder beim Seemann Bulkington, den der Ich-Erzähler des Romans, Ishmael, vor seiner Ausfahrt mit Kapitän Ahab in einem Gasthaus trifft. Das kurze Kapitel 23 des Moby Dick ist ihm gewidmet und Rossbacher arbeitet sowohl die Bedeutung Bulkingtons als Menschentyp als auch seine strukturelle Funktion in dem Riesenroman heraus. Dabei hat die Passage nur etwa 40 Zeilen – ein Beispiel, wie es Rossbacher immer wieder gelingt, aus hervorragend beobachteten und oft übersehenen Details größere Zusammenhänge herzustellen.

Sozialgeschichte und Soziologie sind zwei akademische Schwerpunkte Rossbachers. Die Wechselwirkung zwischen Sozialgeschichte und Literatur, untersuchte er etwa am Beispiel der kritischen Heimatliteratur in Österreich. Innerhofers Roman Schöne Tage ist ein prominenter Vertreter dieses Genres. Aus der Soziologie holt sich Rossbacher immer wieder methodische und analytische Werkzeuge für die Literaturwissenschaft. Norbert Elias große Studien dienen als Ideengeber.
Ich werde bei der Lektüre den Eindruck nicht los, dass in Lesen und Leben diese beiden Fächer ebenfalls eine Rolle spielen und zwar bei der Auswahl der autobiographischen Erlebnisse. So sind die am ausführlichsten geschilderten Lebensstationen meist auch sozialgeschichtlich von hoher Bedeutung. Rossbachers Kindheit in Kärnten hatte nämlich eine große Besonderheit: Er war Protestant.

Das Aufwachsen als religiöser Außenseiter in der Kärntner Provinz schildert Rossbacher so ausführlich und schonungslos wie man das von der österreichischen Antiheimatliteratur her kennt:

Den katholischen Religionsunterricht in der Hauptschule besorgte ein Kaplan, dessen lose Hand ihm den Namen „Watschenkaplan“ eingetragen hatte. Von diesem Mann erhielt ich eines Tages, auf dem Gehsteig vor der Schule, ganz plötzlich, aus dem sprichwörtlich heiteren Himmel, einen Schlag ins Gesicht, ein Mittelding zwischen Ohrfeige und Faustschlag, ohne das dem irgendetwas vorangegangen war. Er schlug zu, ich schrie auf. So einfach war das bei diesem Vorgänger jener Prügelkleriker, die gegenwärtig serienweise auffliegen.

Von frühester Kindheit an als Teil einer Minderheit aufzuwachsen, schärft den Blick für Differenzen und regt von Anfang an zum Nachdenken an. Die Literaturgeschichte ist voll mit Beispielen, wie Außenseiter aller Art bei Büchern landen. Sei es als Autoren, sei es als (professionelle) Leser. So gesehen mag diese Erfahrung der Diaspora (wie dieser Abschnitt betitelt ist) einen Grundstein für Rossbachers spätere Karriere gelegt haben.

Einer Minderheit anzugehören, hieß aber nicht automatisch, im Alltag nicht akzeptiert zu werden. Der junge Protestant wurde beispielsweise zum Klassensprecher gewählt. Allerdings hießen Klassensprecher damals in Kärnten noch „Klassenführer“. Es sind diese aufschlussreichen Details, welche Lesen und Leben so interessant machen.

Das Buch gibt selbstverständlich auch Einblicke in das akademische Leben Österreichs. Obwohl es sicher eine Menge an Material gegeben hätte, bringt Rossbacher nur wenige Beispiele. Etwa über seine Schwierigkeiten als Vorstand des Salzburger Germanistikinstituts, eine Gefälligkeitsberufung zu verhindern. Der Fall zog sich über viele Jahre hin und landete schließlich beim Verwaltungsgerichtshof. Der besser qualifizierte Bewerber durfte die Stelle behalten, die Gefälligkeitskandidatin zog den Kürzeren.

Zurück zur Literatur! Quer durch das Persönliche Alphabet bekommt selbst der erfahrene Büchermensch jede Menge spannende Leseanregungen. Die Klassiker kommen zwar nicht zu kurz, aber man staunt über die Vielfalt der angesammelten Lesefrüchte. Ludwig Anzengruber, der französische Schriftsteller Alain oder die kroatische Essayistin Dubravka Ugrešic seien exemplarisch herausgegriffen. Als ich Lesen und Leben zuklappe, habe ich eine lange Liste mit Büchern neben mir liegen, die ich alle am liebsten sofort läse. Die vornehmste Aufgabe des Literaturwissenschaftlers ist es ja, die Menschen zum verständnisvollen Lesen zu motivieren.

Karlheinz Rossbacher: Lesen und Leben. Ein persönliches Alphabet (Otto Müller Verlag)

Erschienen in Literatur und Kritik Nr. 473/474 (Mai 2013).

Hier erstveröffentlicht am 7. April 2013.

Neuzugang: The New York Review Abroad

Regelmäßige Leser wissen, dass ich ein großer Freund der New York Review of Books bin. Warum? Das kann man in dieser Empfehlung nachlesen.

Zum 50. Geburtstag dieses grandiosen intellektuellen Projekts ist nun eine Anthologie erschienen: The New York Review Abroad. Fifty Years of International Reportage.

Möge die Zeitschrift viele Abonnenten und das Buch viele Käufer finden.

Die schönsten deutschen Bücher 2013

Die Stiftung Buchkunst kürte wieder die schönsten Bücher des Jahres 2013! Kein einziges Buch aus Österreich dabei, was viel über die hiesige Verlagslandschaft aussagt.

Ebooks und Bibliotheken

Die Angst geht um unter den Verlagen. Wer wird noch Bücher kaufen, wenn man sich Ebooks bequem und gratis aus seiner Stadtbibliothek holen kann? Man muss ja nicht einmal mehr die Wohnung verlassen! The Economist fasst in Folding shelves die aktuelle Situation zusammen:

No country has a settled policy on e-lending. Britain has ordered a review; the results are expected soon. Other governments are waiting for publishers to set their terms. In America, where around three-quarters of public libraries lend e-books, each of the “big six” publishers has a different policy. Simon & Schuster refuses to make e-books available to public libraries at all. HarperCollins’s e-books expire after they have been lent 26 times. At the 80 libraries where Penguin is offering a pilot e-lending programme, licences for its e-books expire after a year. Other publishers want to apply the limitations of printed books to digital ones. For example, some want public libraries to replace e-books periodically, just as they have to do with real books that get dirty and torn.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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