Ludwig II. – nach dem Film von Visconti

Akademietheater 22.12. 2016

Regie: Bastian Kraft

Ludwig: Markus Meyer

Elisabeth: Regina Fritsch

Wagner: Johann Adam Oest

Selten habe ich bisher einen so grandiosen Einsatz von Videotechnik auf einer Theaterbühne gesehen. Bastian Kraft bricht den Einsatz von Videobildern auf mehreren Ebenen, unter anderem durch die Montage eines schrägen riesigen Spiegels, der drehbar über der gesamten Bühne hängt. Der Rhythmus, die Choreographie und das Zusammenspiel mit den hervorragenden Schauspielern ist von einer makellosen Präzision. Man sitzt im Zuschauerraum und bestaunt diese theatralische Handwerkskunst. Gleichzeitig quält mich die Frage: Warum?

Warum soll ich mir die Theaterfassung eines Filmklassikers ansehen, der Elemente des Films stark gekürzt via Video reproduziert? Als Vorbereitung sah ich mir Viscontis Film in Wagnerlänge nach vielen Jahren wieder einmal an. Dessen kompromisslose Ästhetik hat ebenso ihre Verdienste, wie die implizite und explizite Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex Politik & Kunst. Als Anlass für eine furiose Videoinszenierung hätte es jede Menge interessanterer Stoffe gegeben. Kraft baut zaghaft eine weitere Ebene in seine Inszenierung ein, indem er in den Videos ab und zu das Drehen des Films selbst thematisiert, was für mich keinen Mehrwert hat und gewollt gekünstelt wirkt.

Wem eine furiose Videoinszenierung für einen Theaterbesuch ausreicht, wird einen tollen Abend haben.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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