Martin Mosebach: Das Beben

d t v (Amazon Partnerlink)

Mosebach kannte ich nur dem Namen nach als seine Nominierung zum diesjährigen Büchnerpreis durch die Presse ging. Da ich viele Träger dieses besten deutschen Literaturpreises schätze und einiges Interessante über diesen Autor las (hochgebildet, sehr belesen, Doderer!), griff ich zu seinem Roman „Das Beben“, den viele für seinen herausragendsten halten.

Ich begann zu lesen und fand einiges bestätigt: Mosebach ist zweifellos ein kluger Autor. Sein Ich-Erzähler ist ein kunsthistorisch bewanderter Architekt. Nach fünfzig Seiten ließ mein Interesse an dem Buch rapide nach, selbst als die Handlung nach Indien verlegt wurde. Immer wieder gab es gelungene Passagen, aber weder die Idee noch die Sprache trägt 400 Romanseiten.

Wer nach Klischees sucht, wird ebenfalls oft fündig. Mosebach hat zweifellos noch viel Potenzial: Die Entscheidung, ihn nach diesem Buch durch den Büchnerpreis in die Reihe der besten deutschsprachigen Schriftsteller aufzunehmen, empfinde ich als hochgradig seltsam.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  • RSS Feed for Posts
  • RSS Feed for Comments
  • Twitter
  • XING
  • Facebook

Kategorien

„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

Aktuell in Arbeit

Tweets