Francis Bacon und die Bildtradition

Kunsthistorisches Museum

Seit der großen Bacon Retrospektive im Münchener Haus der Kunst vor einer Reihe von Jahren, faszinieren mich die abgründigen Gemälde Bacons. Die Ausstellung im KHM zeigt mit ca. 60 Gemälden einen repräsentativen Ausschnitt des Lebenswerks. Bacons Portraits zeigen – oft im buchstäblichen Sinn – zerissene Menschen. Anders als Picassos kubistische Darstellungen, sind Bacons Figuren mit einer schonungsloseren, kompromisslosen Direktheit dargestellt. Oft nur Fleischpakete, die gerade noch als Menschen erkennbar sind. Formal ausbalanciert wird dieser organische Extremismus durch klar gegliederte Bildräume sowie die Verwendung von geometrischen Formen zu höchst unterschiedlichen Zwecken.

Die Bilder gehören sicher zu den düstersten Werke des letzten Jahrhunderts, was wohl einen großen Teil ihrer Anziehungskraft ausmacht. Besonders beeindruckend die Papstbilder. Bacon bezog sich implizit und explizit auf berühmte Vorbilder. Die Ausstellung zeigt eine Reihe von Klassikern (u.a. Velazques, Rembrandt, Giacometti) um diese Bezüge offen zu legen.

Eine sehr beeindruckende Schau, die wiederholte Besuche verdient.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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