Tschechow: Die Möwe

Gorki Theater am 2.5.

Die klassisch-psychologische Inszenierung von Luc Bondy (Wiener Akademietheater) noch in guter Erinnerung, war der Kontrast besonders reizvoll. Katharina Thalbach lieferte solides Regietheater ab, garniert mit zahlreichen (mehr oder weniger) witzigen Einfällen und einigen gelungenen Theaterbildern. Schauspielerisch gab es nichts auszusetzen.

Eine Entscheidung zwischen beiden Regiestilen zu treffen, fiele mir schwer. Beide Varianten haben ihre Berechtigung. Die Theaterästhetik kann von einer pluralistischen Herangehensweise nur profitieren. Das beliebte Ausspielen von Regietheater gegen „literarische“ Inszenierungen führt zu nichts und sollte deshalb tunlichst unterlassen werden.

Noch ein Wort zum Publikum: Die Berliner scheinen „modernen“ Inszenierungen wesentlich aufgeschlossener gegenüber zu stehen als die Wiener, gemurrt wurde kaum. Die allgemeine „Theaterkompetenz“ scheint jedoch nicht größer zu sein. Zumindest war es ein hartes Stück Arbeit, ein Berliner Ehepaar, nach eigener Aussage regelmäßige Theaterbesucher, davon zu überzeugen, dass „Die Möwe“ mit dem 3. Akt (Pause) noch nicht zu Ende war…

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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