Kategorie: Wien

Christopher Marlowe: Der Jude von Malta

Burgtheater 23.1.02 Regie: Peter Zadek Gert Voss, Paulus Manker, Mareike Sedl, Ignaz Kircher uva. Rückblickend drängt sich hartnäckig das Wort harmlos auf, wenn man ein treffendes Adjektiv für die Inszenierung sucht. Zadek legte eine routinierte Regiearbeit ohne Überraschungen vor. Schauspielerisch gab es kaum etwas auszusetzen. Das Drama vom Rachefeldzug des reichen Juden hat naturgemäß antisemitische…
Weiterlesen

Italienische Reisen

Österreichische Gemäldegalerie im Belvedere Die Wiener Kunstsammlungen sind meist in architektonisch ansprechenden Ambiente zu sehen, so auch die Österreichische Gemäldegalerie im Oberen Belvedere, erbaut von Lukas von Hildebrand 1721-23, und eine der schönsten Barockanlagen ihrer Art. Die Ausstellung versammelt italienische Landschaftsbilder österreichischer und ungarischer Maler, die zwischen 1770 – 1830 entstanden sind. Die Anordnung der…
Weiterlesen

Aviv Quartett

Wiener Konzerthaus am 2. Dezember Joseph Haydn: Streichquartett F- Dur Hob. III/82 Bela Bartok: Streichquartett Nr. 1 a-moll op. 7 Dmitri Schostakowitsch: Streichquartett Nr. 9 Es-Dur op. 117 Wie immer wird im ersten Konzert des Alban-Berg-Quartett-Zyklus ein anderers Ensemble eingeladen, diesmal das junge Aviv Quartett. Zum Auftakt gab es Haydn, technisch perfekt dargeboten, allerdings ziemlich…
Weiterlesen

Xenakis II

Wien Modern am 14.11. 2001 im Konzerthaus Arditti String Quartett Xenakis: Kottos (1977) Xanakis: Ergma (1994) Paul Usher: String Quartett (2000/01) Conlon Nancarrow: String Quartet No. 3 (1987) Xenakis: Ikhoor (1978) Xenakis: Tetras (1983) Ein Grund, warum ich vor eineinhalb Jahren nach Wien zog war musikalischer Natur. Die letzten Tage bestätigten diesen Aspekt eindrucksvoll: Am…
Weiterlesen

Oscar Wilde: Ein idealer Gatte

Theater in der Josefstadt am 16. November 2001 Michael Dangl, Peter Scholz, Franz Robert Wagner u.a. Regie: Michael Gampe Die Josefstadt macht gediegenes und deshalb manchmal langweiliges Theater. Von Langeweile konnte in diesem Fall jedoch nicht die Rede sein, dafür sorgten die in bekannter Manier geistreichen Dialoge Wildes. Ich bezweifle allerdings, ob eine Aneinanderreihung treffender…
Weiterlesen

Georg Friedrich Haas: in vain [visible]

Wien Modern am 7.11. 2001 im Konzerthaus Klangforum Wien Metaphorisch ist gerne die Rede von Klangfarben. Georg Friedrich Haas hat in diesem Stück jenes Bild wörtlich genommen und eine visuelle Komponente vorgesehen, die von Katja Krusche konzeptuell umgesetzt wurde. Die Originalität der Lichtregie hielt sich allerdings in engen Grenzen und war relativ vorhersehbar. Das Stück…
Weiterlesen

Schubert: Winterreise

Wiener Musikverein 11. Oktober Robert Holl (Bass) Oleg Maisenberg (Klavier) Zeuge einer musikalischen Taktlosigkeit zu werden ist nichts besonders, wenn man damit aber im Wiener Musikverein konfrontiert wird, ist es doch erwähnenswert. Wer auf die Idee kam, ausgerechnet die „Winterreise“ durch eine Pause nach dem 12. Lied zu unterbrechen, ist mir unbekannt. Dass dadurch alle…
Weiterlesen

Martina Pippal: Kleine Kunstgeschichte Wiens

C.H. Beck; München 2000 (Amazon Partnerlink) Wie aus dem Titel ersichtlich, handelt es sich um einen konzisen Band, gut 250 Seiten, mit zahlreichen Abbildungen. Als Leser erfährt man viel Wissenswertes über die Entwicklung der Künste in Wien. Manchmal wünscht man sich mehr Informationen und auch die eine oder andere Digression, aber das widerspräche wohl der…
Weiterlesen

Museum moderner Kunst

MuMok, Museumsquartier Wien, 27. September Im Vergleich zum Museum Leopold ein enttäuschender Besuch. Zwar ist der Bestand ausreichend, um sich einen groben Überblick über die moderne Kunst der letzten Jahrzehnte zu verschaffen. Es fehlt aber Wichtiges, etwas herausragende Vertreter der Videokunst wie Bruce Nauman. Angesichts des enormen Kubus ist innen auch vergleichsweise wenig Platz, man…
Weiterlesen

Wagner: Tannhäuser-Ouvertüre

Meistersinger-Vorspiel zum 3. Akt Schostakowitsch: Symphonie Nr. 8 Wiener Musikverein 28. September Marinskij Orchester Dirigent: Valery Gergjev Die beiden Wagner-Stücke spielten die Russen wohltuend unpathetisch und ziemlich präzise (Bläser!). Schostakowitschs Achte wurde leider in einer ähnlichen Manier interpretiert: sehr getragen. Nun ist das dämonisch-pathetische ein nicht unwesentlicher Bestandteil dieses Orchesterwerks. Der Verzicht darauf zeitigte hier…
Weiterlesen