Kategorie: Wien Theater

Thomas Bernhard: Über allen Gipfeln ist Ruh

Theater in der Josefstadt am 28.9.02 Regie: Wolf-Dietrich Sprenger Moritz Meister: Joachim Bißmeier Anne: Traute Hoess Eine alles in allem solide österreichische Erstaufführung. Wolf-Dietrich Sprenger entschloss sich diese Komödie auch als solche spielen zu lassen. So durfte Traute Hoess ihr komödiantisches Talent ausgiebig zur Geltung bringen. Im Vergleich mit ihr und mit Bißmeier in der…
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Thomas Bernhard: Elisabeth II.

Burgtheater 26.6.02 Herrenstein: Gert Voss Richard: Ignaz Kirchner Regie: Thomas Langhoff Eine späte österreichische Erstaufführung. Auf den ersten Blick stimmt die Inszenierung: Gert Voss gibt sein Bestens (was bekanntlich viel ist), Ignaz Kircher ergänzt ihn (wie immer) ausgezeichnet. Das Bühnenbild erinnert an Peymanns legendären „Heldenplatz“. Trotzdem ergeben viele gelungene Einzelheiten kein stimmiges Ganzes. Man sieht…
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Werner Heisenberg – Ein Widerstandskämpfer?

Es kommt selten vor, dass Dramatiker einen konkreten Beitrag zur Wissenschaftsgeschichte leisten. Michael Frayn gebührt diese Ehre, da sein Stück „Kopenhagen“ eine heftige Debatte auslöste und nun zur Publikation neuer Materialien führte. Der Gelehrtenstreit spielte sich vor allem in der „New York Review of Books“ ab*, zuletzt in der Ausgabe 5/2002. Das Niels Bohr Archiv…
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Samuel Beckett: Glückliche Tage

Akademietheater 30.4.02 Regie: Edith Clever Winnie: Jutta Lampe Willie: Urs Hefti Nach dem beeindruckenden Konzert am Montag, folgte gestern ein höchst mittelmäßiger Theaterabend. Mag man Edith Clever als Schauspielerin auch schätzen, diese Regiearbeit zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass auf Einfälle völlig verzichtet wurde, eine Regie bar jeder Regieidee. Das Ergebnis war eine museale…
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Sibylle Berg: Hund Frau Mann

Kasino/Burgtheater 18.4.02 Regie: Stephan Müller Sabine Haupt, Edmund Telgenkämper, Hanspeter Müller Die Geschichte klingt banal: Männlicher Single trifft auf weiblichen Single, eine Beziehung bricht über die beiden herein, die üblichen Probleme beginnen. Das Originelle kommt mit dem Hund ins Spiel, aus dessen Perspektive die Handlung erzählt wird. Über die Qualität des kurzen Textes kann ich…
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Shakespeare: Viel Lärm um Nichts

Theater an der Josefstadt am 7.4.02 Regie: Marcello de Nardo Michael Dangl, Valentin Schreyer, Sandra Cervik, Herbert Föttinger Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, wie eine 400 Jahre alte Komödie ein heutiges Theaterpublikum in den Bann zu ziehen vermag. Voraussetzung sind natürlich ausgezeichnete Schauspieler und eine plausible Inszenierung. Das Bühnenbild war vergleichsweise abstrakt (eine…
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Schiller: Die Jungfrau von Orleans

Burgtheater 28.3.02 Regie: Karin Beier Karoline Eichhorn, Nicholas Ofczarek, Barbara Petritsch, Peter Simonischek Ein hysterisches Mädchen, das von göttlichen Eingebungen getrieben, patriotische Großtaten vollbringt, ist ein denkbar schlechter Stoff für ein gutes Drama. Kein Wunder also, dass es zu Lebzeiten Schillers ein Publikumsrenner war, gab der Autor doch seinem Werk zusätzlich noch einiges an Kolportage…
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Michael Frayn: Kopenhagen

Theater Drachengasse 23.3. Stücke über naturwissenschaftliche Themen sind sehr selten, deshalb verdient dieser Versuch eines britischen Schriftstellers ein gewisses Interesse. Der Zuschauer wird Zeuge einer viel diskutierten Begegnung zwischen Niels Bohr und Werner Heisenberg im Jahr 1941 (bzw. diverser Rekonstruktionen, die Beteiligten werden als Tote eingeführt). Heisenberg riskierte die Reise nach Kopenhagen, um mit Bohr…
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Frank Wedekind: Frühlings Erwachen. Eine Kindertragödie

Akademietheater 17.3.02 Regie: Christina Paulhofer Michele Cucioffo, David Rott, Lukas Miko uvm. Im Jahr 1891 von Wedekind beendet, galt das Stück wegen angeblicher „Pornographie“ lange als unaufführbar. Premiere hatte es erst am 20. November 1906, als es Max Reinhardt in den Berliner Kammerspielen inszenierte. Es ist überflüssig zu erwähnen, dass die als besonders anstößig geltenden…
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Schiller: Maria Stuart

Burgtheater 13.2.02 Regie: Andrea Breth Elisabeth: Elisabeth Orth Maria Stuart: Corinna Kirchhoff Graf von Leicester: Michael König Mortimer: Nicholas Ofczarek Kompositorisch eines seiner besten Stücke, Privates und Öffentliches, Psychologisches und Politisches werden brillant ausbalanciert. Andrea Breth verläßt sich erfolgreich auf die Sprache Schillers und lieferte eine – im besten Sinn des Wortes – klassische Inszenzierung…
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