Kategorie: 20. Jhd. (Klassiker)

Neue Proust-Übersetzung

Der Reclam Verlag bringt die neue Proust-Übersetzung von Bernd-Jürgen Fischer heraus. Der ersten Band erscheint Ende September. Ich habe alle vorbestellt.

Robert Musils Werke als Ebook

In meiner Rezension der neuen digitalen Musilausgabe – Die Edition für das 21. Jahrhundert – beklagte ich, dass es seine Werke noch in keinem standardisierten Ebook-Format gäbe. Nachdem ich meine Lieblingsklassiker fast alle immer auf meinem Kindle unterwegs dabei habe, vermisste ich den geistreichen Mann ohne Eigenschaften schmerzlich. Nach Ablauf des Urheberrechts gibt es nun…
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Kafka: Ein Landarzt und andere Drucke zu Lebzeiten

Wir durchstießen den Abend mit dem Kopf. Ich wundere mich eben selbst, wie wenige Notizen es hier über Franz Kafka gibt, obwohl er zu meinen Favoriten zählt. Der Grund dafür ist einfach: Meine ausführliche, auch akademische Beschäftigung mit ihm war in den neunziger Jahren, also bevor ich alle meine Lektüren in Notizen verwandelte. Es gibt…
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Neue James-Joyce-Biographie

Gordon Bowker schrieb eine neue Biographie über James Joyce. Ein willkommener Anlass für Fintan O’Toole in der New York Review of Books einen lesenswerten Essay über den berühmten Iren zu schreiben: Joyce: Heroic, Comic. Joyce wird bekanntlich gerne als Literaturheiliger stilisiert. O’Toole nimmt diese Mythen kritisch unter die Lupe: Much of it, however, is nonsense.…
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F. Scott Fitzgerald: The Great Gatsby

Nie war die formale Vielfalt der Weltliteratur größer als im letzten Jahrhundert. Auf der einen Seite gibt es Werke von größter Komplexität wie den grandiosen Ulysses oder von beeindruckender Intellektualität wie den Mann ohne Eigenschaften. Auf der anderen Seite gibt es scheinbar schlichte Bücher wie The Great Gatsby, deren Sprache auf den ersten Blick einfach…
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Réjean Ducharme: Von Verschlungenen verschlungen

Kindheit als zynisches Sprachkunstwerk Über vier Jahrzehnte dauerte es, bis sich für den sprach- und bildgewaltigen französischen Roman »Von Verschlungenen verschlungen« ein Übersetzer fand. Das Warten auf die dunkle, zynische Kritik wider das Großbürgertum hat sich gelohnt. Réjean Ducharmes ebenso einflussreicher wie ungewöhnlicher Roman L’avalée des avalés (Von Verschlungenen verschlungen) ist 45 Jahre nach seinem…
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Gottfried Benn: Morgue und andere Gedichte

Schöne Jugend Der Mund eines Mädchens sah so angeknabbert aus. Als man die Brust aufbrach, war die Speiseröhre so löcherig. Schließlich in einer Laube unter dem Zwerchfell fand man ein Nest von jungen Ratten. Ein kleines Schwesterchen lag tot. Die andern lebten von Leber und Niere, tranken das kalte Blut und hatten hier eine schöne…
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Törleß als Oper in Köln

Die Musil-Freunde – und wer ist das nicht! – dürfte folgendes Projekt interessieren: Die Verwirrungen des Zögling Törleß sind Thema eines Opernprojekts der Literaturoper Köln. Premiere ist am 16. Mai. Weitere Termine.

Ossip Mandelstam: Die Reise nach Armenien

Wer klassische Reiseliteratur erwartet, lässt besser die Finger von Mandelstams hoch poetischer Auseinandersetzung mit Armenien. Ästhetisch ambitioniertere Leser werden dagegen ihre Freude an den widerborstigen kleinen Miniaturen haben, mit denen Mandelstam das kleine Land portraitiert. Höchst Unterschiedliches fängt der Dichter dabei ein. Natur- und Menschenbeobachtungen, kulturanalytische Beobachtungen, kunstkritische Museumsbesuche oder, überraschender, Reflexionen zur Evolutionstheorie. Warum…
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Oliver Pfohlmann: Robert Musil

Robert Musils Leben und Werk in Kürze darzustellen gehört sicher zu den schwierigeren Aufgaben der Literaturwissenschaft. Einerseits bedarf der komplexe intellektuelle Gehalt seiner Werke genügend Raum, andererseits ist die Forschungslandschaft eine unübersichtliche. Alleine zum umfangreichen Nachlass, der zum Verständnis vor allem des Mann ohne Eigenschaften (Notiz) unverzichtbar ist, sind dicke Monographien erschienen. Pfohlmann gelingt beides…
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