Kategorie: 17. Jhd. (Klassiker)

Thomas Hobbes: Leviathan. Dritter Teil

(Meiner Philosophische Bibliothek) Dieser Teil fehlt ebenso wie der vierte unverständlicherweise in vielen Ausgaben des Leviathan. Vermutlich glauben viele Herausgeber, eine detaillierte Auseinandersetzung mit Bibelinterpretation, sei heutigen Lesern nicht mehr zuzumuten. Dabei ist der dritte Teil „Von einem christlichen Gemeinwesen“ für die Argumentation des Buches unverzichtbar. Denn nachdem Hobbes in den ersten beiden Wesen die…
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Thomas Hobbes: Leviathan. Erster und zweiter Teil

Thomas Hobbes: Leviathan. Erster und zweiter Teil. Reclam UB Es ist gar nicht so einfach, eine vollständige und gute Textausgabe zu finden. Es scheint eine Selbstverständlichkeit zu sein, dass immer nur die ersten beiden Teile publiziert werden. So hatte ich in meiner Bibliothek eine englische und eine deutsche Ausgabe, die beide dieses Manko aufwiesen. Die…
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Klassiker (2): “The Anatomy of Melancholy”

Als 1621 die erste Auflage von Robert Burtons „The Anatomy of Melancholy“ erschien, war die Wirkungsgeschichte dieses anthologischen Sammelsuriums zu diesem Thema noch nicht absehbar. Doch bis ins 19. Jahrhundert hinein gab es zahlreiche neue Auflagen und viele Intellektuelle (speziell Literaten) setzten sich extensiv damit auseinander. Ausgesprochen erfreulich ist es deshalb, dass der Verlag der…
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Hans Poser: René Descartes

Man kann nicht oft genug darauf hinweisen, dass der Reclam Verlag in seiner Universalbibliothek nicht nur Klassiker, sondern auch viele gute Sach- und Fachbücher verlegt.Ich verwende diese immer als „Unterwegsbücher“, weil sie optimal in jede Tasche passen. So las ich auch Posers kluge Einführung in die Philosophie Descartes größtenteils „on the road“. Seine Leistung besteht…
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Leibniz als Historiker

In einer (nach allem, was man hört) sehr lobenswerten Edition liegen nun in einem Band, der mehr als tausend Seiten umfasst, die historischen Arbeiten des Gottfried Wilhelm Leibniz vor.

Molière: Der Menschenfeind

Theater in der Josefstadt 18.1.03 Regie: Günter Krämer Alceste: Helmut Lohner Philinte: Michael Dangl Eine für die Josefstadt „avantgardistische“ Inszenierung: Zusammengeschnittene Szenen, eine kühle Bar auf der Bühne, künstlich stilisierte Sprechakrobatik, weit aufgerissene Augen durch monokelähnliche Augen-Aufsätze. Ein ambitioniertes Motiv: Die szenische Spiegelung der Menschenfeindlikeit des Alceste. Schwer zu sagen, warum die Aufführung dennoch völlig…
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Friedrich Hartau: Molière

rororo bildmonographie (Amazon Partnerlink) Vorbereitend las ich Hartaus kleine Monographie zum zweiten Mal. Über 25 Jahre alt, gehört sie dennoch zu den lesenswerteren Büchern der Reihe. Hartau findet einen guten Mittelweg zwischen Lebens- und Werkbeschreibung und bedient sich eines wohltuend zurückhaltenden Stils. Er berichtet bei zweifelhaften Überlieferungen auch immer wieder von der spärlichen Quellenlage. Sollte…
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Hermeneutische Abgründe

Wer glaubt, die schlimmsten methodischen Auswüchse der Hermeneutik gehörten inzwischen der Vergangenheit an, sollte besser nicht zu „How Milton Works“ greifen, dem jüngsten Opus des amerikanischen Star-Literaturwissenschaftlers Stanley Fish. In der New York Review of Books 12/2002 zeigt sich John K. Leonard über dessen Vorgehensweise sehr verwundert*: His chief instrument for doing this is a…
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Heinz Schlaffer: Die kurze Geschichte der deutschen Literatur

Hanser bzw. dtv (Amazon Partnerlink) Mehr als hunderttausend Exemplare dieses Buches wurden inzwischen verkauft, höchst ungewöhnlich für einen Beitrag zur Geschichte der deutschen Literatur. Es lag der Gedanke nahe, dass Schlaffer im Sog der Schwanitz-Mode (Bildung für Anfänger) zum Bestseller-Autor wurde. Handelt es sich also um eine schauderhafte „Literaturgeschichte für Gestresste“? Die Lektüre zerstreut zumindest…
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Schlüsselroman des spanischen Barock

Oft werden an dieser Stelle die Verlage wegen ihrer zögerlichen Publikationspraxis kritisiert, weshalb die Ausnahmen besondere Erwähnung verdienen. So legt der Ammann Verlag einen opulenten spanischen Barockroman erstmals vollständig auf Deutsch vor, nämlich „Das Kritikon“ des Baltasar Gracián. Martin Ebel stellt das Buch in einer ausführlichen Rezension vor.