Dezember 2025 und Januar 2026
Vor Weihnachten ging es endlich in die Albertina modern, um mir die große Marina-Abramović-Retrospektive anzusehen. Mit ihrer teils esoterischen Weltanschauung kann ich wenig anfangen, ihr radikaler und provokanter ästhetischer Ansatz imponiert mir aber sehr. Es sind Werke aus ihrer gesamten Schaffensperiode ausgestellt. Performances werden mit Videos dokumentiert. Eine kompromisslose Künstlerin erhält eine hochverdiente Retrospektive. (Bis 1.3.)
Bleiben wir noch kurz bei der Esoterik. Im Keller des Leopold Museums ist derzeit noch Verborgene Moderne. Faszination des Okkulten um 1900 zu sehen. Obwohl einige hochkarätige Werke darunter sind, ist der überwiegende Teil des Gezeigten für mich aber nur kunsthistorisch relevant. Dummheit und Hässlichkeit gehen da leider oft Hand in Hand. Gibt aber einen guten Überblick über die Esoterik-Fans um die Jahrhundertwende. (Bis 18.1.)
Gleich daneben gibt es Wege zur Wirklichkeit. Von Waldmüller bis Romako. Eine buchstäblich sehr hübsche Zusammenstellung realistischer Biedermeier-Kunst. Hat man gerade in Wien schon oft gesehen, aber die handwerkliche Präzision ist immer wieder beeindruckend, und aus der Politik in die eigenen vier Wände zurückzuziehen würde man sich ja heute auch gerne wieder angesichts der Nachrichtenlage. (Bis 25.1.)
Meine abschließende Empfehlung ist im Künstlerhaus zu sehen: Du sollst dir ein Bild machen. Zeitgenössische Kunst und religiöses Erleben. Hier gibt es einige sehr witzige bis provokante Auseinandersetzungen mit religiöser Ikonographie zu sehen. Etwa einen gekreuzigten Frosch von Martin Kippenberger. Blasphemie ist aber nur ein Nebenprodukt. Generell geht es darum, die Beziehung zwischen zwei irrationalen menschlichen Bereichen, Kunst und Religion, zu beleuchten. War sehr gerne dort. (Bis 8.2.)