Shakespeare: Richard II.

Burgtheater 1.10. 21

König Richard II.: Jan Bülow
Königin Isabel: Stacyian Jackson
John von Gaunt: Martin Schwab
Heinrich Bolinbroke: Sarah Viktoria Frick

Regie: Johan Simons

Mein erster Theaterbesuch seit Pandemiebeginn beginnt mit einer Rüge, dass ich den falschen Eingang benutzt hätte. Der richtige Eingang steht dann auf der Karte, die ich drinnen erst abholen muss. Es dürfen vernünftigerweise nur Genesene und Geimpfte hinein. Außer am Platz besteht FFP2-Maskenpflicht. Fühle mich also insgesamt einigermaßen sicher.

Richard II. ist aufgrund seiner „Kopflastigkeit“ jetzt nicht das beliebteste Historiendrama Shakespeares und wird deshalb nicht allzu oft aufgeführt. Es bietet im Gegensatz zu Richard III. auch keinen Psychopathen als Protagonisten auf. Jan Bülow spielt einen soliden überforderten König, hat aber während eines zentralen Monologs einen so ordentlichen Hänger, dass er mehrmals mit seiner Soufgleuse in Dialog treten muss. Verbuchen wir das einmal großzügig als Pandemie-Spätfolge. Der seinen König im Laufe des Abends stürzende Heinrich Bolinbroke ist mit Sara Vikoria Frick interessant besetzt, die wie immer eine sehr gute schauspielerische Leistung abliefert. Das Bühnenbild ist minimalistisch und besteht aus beweglichen „architektonischen“ Elementen, die von den Schauspieler:innen immer wieder neu gruppiert werden. Die bewusst plumpen Kostüme konterkarieren teilweise den ernsten Ton der Aufführung und sind vermutlich das schwächste Element des Abends.

Wer durch die ungekürzten Shakespeare-Stücke der Andrea Breth am Burgtheater verwöhnt wurde, mag wie ich über diese stark gekürzte Fassung (2 Stunden) freilich enttäuscht sein.

 

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