Caperneum – Die Stadt der Hoffnung

Filmcasino 20.1. 19

LB/US 2018

Regie: Nadine Labaki

Sozialdramen aus der Unterschicht gehen bekanntlich leicht schief. Es droht das Melodrama und der Sozialporno. Caperneum vermeidet diese Fallen eindrücklich. Der 12-jährige Zain wächst in den Slums von Beirut auf. Arbeit statt Schule und Gewalt statt Fürsorge bestimmen sein Leben. Ein Lichtblick ist die Beziehung zu seiner Schwester. Als diese noch als Kind an einen Ladenbesitzer zwangsverheiratet wird, verlässt Zain seine Familie, lernt eine sich illegal im Land befindliche Äthiopierin mit Kleinkind kennen und verbringt mit den zwei einige Zeit. Schließlich wird die junge Mutter verhaftet und der Junge muss sich alleine um das Baby kümmern. Das ist eindrücklich und empathisch erzählt. Die große Qualität des Films sind aber die famosen Laiendarsteller, die Nadine Labaki tatsächlich aus den Armenvierteln rekrutierte. Der Film wäre noch besser, hätte er sich etwas mehr Zurückhaltung in Sachen Filmmusik auferlegt. Die stellenweise schwülstige Orchestermusik schadet dem Streifen mehr als sie ihm nützt.

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