War die Gruppe 47 antisemitisch?

Klaus Briegleb schrieb eine Streitschrift zu diesem Thema, die in der ZEIT von Dorothea Dieckmann fulminant verrissen wird:

Doch der Literaturwissenschaftler behält als „Historiker“ nicht nur den penetranten Urteilsjargon permanent wertender moralischer Subjektivität bei; er präsentiert zudem sein Material in einer undurchschaubaren Mischung aus Theorieabwehr, verquasten methodischen Volten und Anleihen an die Lacansche Psychoanalyse, die Aussagen als pathologische Symptome liest. Der Beweis einer „bewußten Täuschung“ etwa sei „in der Tat im Subtext … den hier gelesenen Dokumenten … eingeschrieben“ – und zwar als „Auslassung, Lücke, Deckbild“. Gemeint ist hier Richters Diktum vom „moralischen, geistigen und literarischen Massaker“ der Jahre bis 1945, das Briegleb als Verleugnung des physischen Massakers an den Juden gilt.

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