Hörbücher

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Empfehlungen: Teaching Company – die besten Kurse

[Update]

Die Teaching Company habe ich hier schon einmal im Allgemeinen empfohlen. An dieser Stelle will ich nun konkreter werden und einige der Kurse auflisten, die ich uneingeschränkt empfehlen kann. Ich habe die meisten als Audioversionen gehört, mit Ausnahmen wie Kunstgeschichte und ein paar anderen.

Seit kurzem gibt es die Kurse auch als Video-Downloads. DVD-Bestellungen waren wegen Zollgebühren etc. bisher mühsam.

Vorab noch der Hinweis: Die Listenpreise erscheinen relativ hoch. Es geht aber jeder Kurs regelmäßig “On Sale” und wird dann für einen Bruchteil des Listenpreises angeboten.

Antike:

History of Ancient Egypt
Ancient Greek Civilization
Peloponnesian War
History of Ancient Rome
Emperors of Rome
Rome and the Barbarians

Geschichte:

Big History. The Big Bang, Life on Earth, and the Rise of Humanity
Foundations of Western Civilization I & II
Italian Renaissance
War, Peace, and Power: Diplomatic History of Europe, 1500–2000
Origins and Ideologies of the American Revolution
History of the United States, 2nd Edition

Kunst:

A History of European Art
Great Artists of the Italian Renaissance

Literatur:

Masterpieces of Ancient Greek Literature
Dante’s Divine Comedy

Musik:

Bach and the High Baroque
Great Masters: All 10 Great Masters (Set)
How to Listen to and Understand Great Music
How to Listen to and Understand Opera
Operas of Mozart

Naturwissenschaften:

Einstein’s Relativity and the Quantum Revolution: Modern Physics for Non-Scientists, 2nd Edition
Nature of Earth: An Introduction to Geology
Origins of Life
Understanding the Human Body: An Introduction to Anatomy and Physiology

Philosophie:

Great Minds of the Western Intellectual Tradition, 3rd Edition
Plato, Socrates, and the Dialogues
Plato’s Republic
Machiavelli in Context

Religionswissenschaft:

Old Testament
Historical Jesus
The New Testament
Lost Christianities: Christian Scriptures and the Battles over Authentication
Exploring the Roots of Religion

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Ein beispielhaftes Hörbuch

Robert Musils “Der Mann ohne Eigenschaften” [2005]

Die Zweifler am Sinn von öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten im allgemeinen und an deren Kulturauftrag im besonderen, sollten einen genauen Blick auf den “Remix” des “Mann ohne Eigenschaften” werfen: In zweieinhalb Jahren verwandelten über vierzig Mitwirkende Musils Prosawerk in eine zwanzigstündige Hörbuchfassung. Wer nun denkt, der ORF wollte mit dieser geistreichen Initiative für einen österreichischen Autor einen wohltuenden Kontrapunkt zur geisttötenden Dauersportberieselung oder zur politischen Hofberichterstattung setzen, wird schnell eines Besseren belehrt. (1)

Dem Bayerischen Rundfunk, genauer der Abteilung “Hörspiel und Medienkunst” gebührt Anerkennung für diese Edition. Der Hörverlag publiziert das Ergebnis in einer gewichtigen Kassette, die nicht nur 20 CDs enthält, sondern auch ein siebenhundertseitiges Begleitbuch.

Diese beeindruckenden Rahmendaten wären nun völlig belanglos, hätten sie nicht zu einem überzeugenden künstlerischen Ergebnis geführt. Ästhetisch gelungene Hörbuchfassungen sind allerdings keine Seltenheit. Lohnte sich dieser gewaltige Aufwand, wenn am Ende “nur” ein zufriedenstellende Romanvertonung stünde? Der “MoE Remix” enthält jedoch eine höchst ungewöhnliche Komponente: er ist editionsphilologisch hochgradig interessant. Der MoE ist bekanntlich einer der berühmtesten unvollendeten Romane der Weltliteratur. Der Nachlass zu dem Buch beträgt etwa 6500 Manuskriptseiten. Die bisher in Buchform veröffentlichten Teile des Nachlasses sind (was Auswahl, Anordnung und Kommentierung angeht) unbefriedigend. Warum dies so ist, erläutert Walter Fanta (Robert-Musil-Institut Klagenfurt) ausführlich im Begleitband. Fanta ist als maßgeblicher Herausgeber der noch unpublizierten “Kommentierten digitalen Gesamtausgabe Robert Musil” (2) einer der besten Kenner der Materie. Er erarbeitete die Textauswahl, welche für den akustischen Nachlassteil herangezogen wurde. Zwei weitere Produktionsprinzipien ergänzen den philologischen Ansatz: Oberstes Gebot war Texttreue. Eingriffe in den Text waren tabu. Schließlich wird jede Textpassage mit einer gesprochenen, präzisen Stellenangabe versehen. Zwei Beispiele: “Zu den Lindner-Kapiteln. Schmierblatt Aufbau (1933/1934)” oder “Beim Rechtsanwalt. Kapitelgruppenentwurf (1928) und Kapitelentwurf (1933/1934)”.

Ohne an dieser Stelle weiter ins Detail gehen zu können, lässt sich konstatieren, dass mit dem “MoE Remix” die derzeit beste Bearbeitung des Nachlasses für ein größeres Lesepublikum vorliegt. Dass dies ein Hörbuch leisten muss – immerhin ist der komplette Text des “Remix” im Begleitbuch abgedruckt -, stellt dem Rowohlt Verlag kein gutes Zeugnis aus. Während andere Verlage wie S. Fischer ihre wichtigen Autoren in großen Editionen publizieren (z.B. die exzellente Frankfurter Thomas-Mann-Ausgabe), wird das Werk Robert Musils von Rowohlt seit vielen Jahren sträflich vernachlässigt. Leider kann Robert Musil nicht mehr wie kürzlich Wilhelm Genazino von Rowohlt zu Hanser wechseln …

Die literaturwissenschaftlich plausible Textauswahl bildet nun die Basis für das von Katarina Agathos und Herbert Kapfer entwickelte ästhetische Konzept. Angesichts des riesigen Umfangs des MoE mussten waren weitläufige Streichungen unvermeidlich. Ein Kriterium für diese Eliminationen war, dass die zentralen Erzählstränge gut repräsentiert bleiben (Parallelaktion, Ulrich/Agathe, Walter/Clarisse, Moosbrugger u.a.). Obwohl wichtige essayistische Stellen enthalten sind, kommt die abstrakte Ebene des Romans zugunsten der “Action” etwas zu kurz. Das schadet dem Ergebnis aber nur bedingt.

Die zwanzig Hörstunden teilen sich in etwa zehn Stunden Präsentation des bereits zu Lebzeiten veröffentlichten “kanonischen” Textes und in zehn Stunden Vertonung des Nachlass samt diverser Kommentare von Musilkennern.

Eine prominente und klug ausgewählte Schauspielerriege liest unter der Regie von Klaus Buhlert den Text. Willkürlich herausgegriffen seien Manfred Zapatka, Ulrich Matthes, Angela Winkler, Josef Bierbichler und Ignaz Kirchner. Dabei werden nicht nur die Figuren von unterschiedlichen Akteuren gelesen, sondern auch personenbezogene Passagen des Erzählers.

Über Musils Text legt sich zusätzlich eine Kommentarschicht, da Beiträge von Musilforschern (Walter Fanta, Karl Corino) und -kennern (Roger Willemsen, Alexander Kluge) den Primärtext ergänzen. Auch Elfriede Jelinek ist ausführlich zu hören, wenn sie ihre literarische Auseinandersetzung mit dem Moosbruggerstoff vorträgt.

Diese ästhetische Vorgehensweise passt gut zu Musils offener Ästhetik, und nach zwanzig Hörstunden bleibt ein abgerundeter Gesamteindruck zurück.

Etwas bremsen muss man allerdings den Enthusiasmus, der im Begleitbuch anklingt: Endlich läge nun eine adäquate neue Ausgabe für ein größeres Leserpublikum vor, heißt es da. Eine Auflagenhöhe von 1000 Stück und der Preis von 150 Euro dürften diesem hehren Ziel ebenso entgegenstehen wie die starken Textkürzungen.

Trotzdem ist der “MoE Remix” nicht nur Freunden Musils zu empfehlen. Wer bisher vor der Lektüre der zwei dicken Bände zurückschreckte, kann sich hier einen ersten Eindruck von den Qualitäten des Romans verschaffen. Wer danach nicht zu den Büchern oder zu Wolfram Bergers Komplettlesung greift, dem ist literarisch ohnehin nicht mehr zu helfen.

(1) Es hatte auch eine Weile gedauert, bis man sich am Küniglberg dazu durchringen konnte, die Komplettlesung des MoE durch Wolfram Berger in Ö1 auszustrahlen. Die mutigen Redakteure wählten den idealen Sendeplatz: Jeden Tag um 00:08. Bergers Lesung ist übrigens wohlfeil für 26 Euro im MP3-Format beim Zweitausendeins-Versand erhältlich.

(2) Als Erscheinungstermin der digitalen Edition wird 2007 genannt.

Robert Musil: Der Mann ohne Eigenschaften. Remix. DHV – Der Hörverlag, München 2004 ISBN , CD, 149,00 EUR

Literatur und Kritik Nr. 397/398, September 2005

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David Christian: Big History

Big History: The Big Bang, Life on Earth, and the Rise of Humanity
(TTC Audio Lectures; 24h)

Normalerweise schreibe ich keine Kurzrezensionen über die zahlreichen Vorlesungen der von mir sehr geschätzen Teaching Company, obwohl fast jede einen ausführlichen Artikel verdient hätte. Die 48 “Lectures” über Big History erfordern jedoch unbedingt eine Ausnahme. Es handelt sich dabei um eine neue historische Schule in den Staaten, die quer zu den üblichen akademischen Gepflogenheiten steht. Anstatt sich im historischen Detail zu vergraben, was ja durchaus legitim ist, setzt man hier eine Brille mit möglichst weiter Brennweite auf: Nichts weniger als die Beschreibung der Geschichte des Universums und der Menschheitsgeschichte ist das Ziel. Man knüpft an die Tradition der Weltgeschichtsschreibung an, ergänzt diese aber um naturgeschichtliche Fakten.
Das klingt nun nach Größenwahn, aber Christian zeigt, wie kongenial man dieses Konzept umsetzen kann. Er beginnt mit dem Urknall, setzt mit Entstehung der Sterne und der chemischen Elemente fort, bis er schließlich nach der Entstehung des Sonnensystems und der Erde bei der Entstehung des Lebens landet. Der Abstraktionsgrad wird mit jeder Stufe kleiner bis er schließlich bei der Zukunft ankommt, der die letzten beiden Vorträge gewidmet sind.
Das Ergebnis könnte man als eine moderne Schöpfungsgeschichte im Anschluss an die vielen Geschichten der Alten verstehe, eine Geschichte allerdings, die auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht. “Big History” stellt sich bewusst in diese narrative Tradition und es bleibt zu hoffen, dass diese “Erzählung” an den amerikanischen Colleges oft unterrichtet wird, und als Gegenpol zu dem religiösen Unsinn fungiert, mit dem dort so viele Köpfe vollgestopt sind.

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Christopher Hitchens: God is not Great

(Gehört als Audiobook.)

Der dritte atheistische Besteller (nach Richard Dawkins und Sam Harris) der letzten Zeit, konnte mich am wenigsten überzeugen. Hitchens trägt zwar die bekannten validen Argumente gegen religiöse Dummheiten zusammen, zeichnet sich aber negativ durch zu viel Selbstverliebtheit aus. Seine autobiographischen Exkurse wirken oft mehr eitel als erhellend. Wer nur ein Buch zum Thema lesen will, sollte also nicht zu diesem greifen. Nebenbei sei bemerkt, dass Hitchens ein vergleichsweise schlechter Vorleser ist. Ich hörte mir seine Gesamtlesung als Audiobook an.

Christopher Hitchens: God is not Great. How Religion Poisons Everything

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Robert Harris: Imperium. Novel

Random House Audio, abridged (Amazon Partnerlink)

Prinzipiell ist mir der Gedanke sympathisch, dass man mit antiken Themen Bestseller schreiben kann. Die Thematik war auch ausschlaggebend, mir das Buch anzuhören. Seltsamerweise “stört” es mich weniger, Unterhaltungsliteratur zu hören als zu lesen. Das Thema des Romans ist die Karriere von Cicero, was im ersten Moment erfrischend exotisch wirkt. Man versteht aber schnell, dass Harris hier eine gute Buchidee hatte: Ciceros leben lässt sich ausgezeichnet als “Anwaltsroman” inszenieren. So jagt ein spannender Prozess den nächsten, garniert mit zahlreichen politischen Intrigen. Man verfolgt die Handlung sehr aufmerksam, auch wenn man bereits weiß, wie sich diese Angelegenheiten historisch entwickelten.

Harris erzählt Ciceros Leben (bis zum Erreichen des Konsulats) aus der Ich-Perspektive seines Sekretärs Tiro. Literarisch ist der Roman nicht verdienstvoll: Er ist extrem konventionell erzählt (Dialoge, Beschreibungen), wenn auch handwerklich auf hohem Niveau. Inhaltlich scheint er gut recherchiert zu sein, soweit ich das beurteilen kann, ohne eine Experte für das römische Justizwesen zu sein. Trotzdem klingt es oft sehr nach einem amerikanischen Prozess, wenn von “jury” oder “cross examination” die Rede ist.

Literarisch also keine Empfehlung. Wer aber ein paar Stunden gute Unterhaltung sucht und sich für die Antike interessiert, macht damit keinen Fehler. Mir zumindest hat der Roman große Lust darauf gemacht, wieder ein paar Reden Ciceros zu lesen. Andere Werke von ihm will ich mir eigentlich auch schon seit Jahren vornehmen …

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Empfehlungen: The Teaching Company

Diese Entdeckung zähle ich zu meinen wichtigsten der letzten Jahre, gibt sie mir doch die Möglichkeit “nebenbei” einer Menge interessanter Dinge anzuhören oder Bekanntes aufzufrischen. Wie extensiv ich das inzwischen machen, sieht man an meiner Lese- und Hörliste.

Die Teaching Company bietet als Geschäftsmodell Vorlesungen zum Kauf bzw. Laden an. Dazu werden didaktisch begabte amerikanische Professoren gebeten, über ihre Spezialgebiete zu sprechen. Viele dieser Kurse sind achtzehn Stunden und länger und erreichen damit die Länge einer “echten” Univeranstaltung.
Inzwischen gibt es Hunderte von Themen, über die man sich am besten auf der Webseite der TTC einen Überblick verschafft. Der Schwerpunkt liegt auf klassischem Bildungsgut, weshalb erfreulicherweise auch die Antike nicht zu kurz kommt. Man hat die Wahl zwischen Audio/MP3 und DVD Versionen. Meist reicht Audio aus, nur bei Themen wie Kunstgeschichte oder Anatomie sollte man naturgemäß nicht im Dunkeln tappen. Die regulären Preise sind sehr hoch, es wird aber jeder Kurs einmal pro Jahr zum “Sales Price” angeboten und dadurch signifikant billiger.

Im Gegensatz zu ihren deutschsprachigen Kollegen, sind angelsächsische Lehrende meist rhetorisch sehr begabt: Man hört ihnen gerne und mit Spannung zu. Ich höre diese Kurse meist nebenbei, auf dem Weg zur Arbeit, auf Reisen, bei diversen Routinetätigkeiten etwa, und komme so auf durchschnittlich eineinhalb Stunden pro Tag.

Zu einigen der Lehrenden baut man regelrecht eine intellektuelle Beziehung auf. Brillant und geistreich ist etwa alles, was Robert Greenberg über Klassische Musik zu sagen hat. Bart Ehrman leuchtet gedankenreich und kritisch die Zeit des Neuen Testaments aus. Bob Brier ist ein erstklassiger Referent über das Alte Ägypten. Robert Hazen hat mit “Joy of Science” eine beachtliche Einführung in naturwissenschaftliches Denken vorgelegt.

Bis auf wenige Ausnahmen (“Buddhism”) sind mir bisher keine Kurse untergekommen, die nicht hörenswert gewesen wären. Wie so oft ist es sehr schade, dass es nichts Vergleichbares auf Deutsch gibt.

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Lob des Hörbuchs

Vor mehr als einem Jahr fing ich an, mich regelmäßig Hörbüchern zuzuwenden. Als Abspielgerät verwende ich mein Mobiltelefon mit integriertem MP3 Player (512 MB), d.h. ich höre vor allem unterwegs und in anderen “Leerlaufzeiten”. Im Sommer letzten Jahres entdeckte ich dann die hier schon mehrmals gepriesene Teaching Company, die im großen Stil vorzüglich gemachte Vorlesungen auch als “Hörbucher” anbietet. Themen sind überwiegend im klassischen Bildungskanon angesiedelt, aber es gibt auch Natur- und Wirtschaftswissenschaftliches. Die einzelnen Vorlesungen sind zwischen sechs und zweiundvierzig Stunden lang und in einzelne “Lectures” von dreißig oder fünfundvierzig Minuten aufgeteilt.

Im Moment höre ich beispielsweise die zweiundvierzig Stunden lange, von mehreren Professoren gehaltene VL über die History of the United States, wo ich bisher rund um das 19. Jahrhundert einiges Neue erfahren konnte.

Mein Alltag wurde dadurch gewissermaßen revolutioniert. Meine Geduld ist inzwischen grenzenlos. Es spielt keine Rolle, ob der Bus gerade vor der Nase wegfährt, die Schlange an der Kasse bis zum Kühlregal reicht oder das Wartezimmer besonders voll ist: Es läßt mich kalt. Ich nutze die Gelegenheit, um eine Viertelstunde länger eine Lecture über Plato, biblische Textkritik oder jüdische Geistesgeschichte zu hören. Hörzeit pro Tag sind durch Arbeitsweg und andere unverzichtbare Tätigkeit mindestens neunzig Minuten pro Tag (abgerundet also 500h pro Jahr). Da sage noch jemand, neue Technologie ließen sich nicht sinnvoll nutzen.

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Vorlesungen für unterwegs

Wenn man bedenkt, wie umständlich es im Berufsalltag ist, Universitätsvorlesungen zu besuchen, muss man der Teaching Company dankbar sein, eine dreistellige Zahl dieser “Lectures” anzubieten. Die täglichen Leerlaufzeiten (U-Bahn und Co.) ergeben eine tägliche Hörzeit von ein bis zwei Stunden, so dass im Laufe der Zeit viele Vorlesungen zusammengekommen.

In den letzten Wochen waren das Timothy Taylors Economics (15h), Robert Greenbergs Bach and the High Baroque (24h) und Amy-Jill Levines Old Testament (12h).

Prof. Taylor gibt eine ausgezeichnete Einführung die Volkswirtschaft, wobei er sich je zur Hälfte der Zeit der Mikro- und der Makroökonomie widmet. Prof. Greenberg nähert sich Bach vor allem vom musikgeschichtlichen Kontext und belegt mit vielen Hörbeispielen die geniale Synthesekunst des Johann Sebastian Bach. Prof. Levine schließlich nähert sich ohne Scheuklappen (immerhin eine Theologin :-)) dem Alten Testament als literarisches Werk, wobei sie was Historizität der Geschichte angeht, durchaus auf dem aktuellen Stand der Archäologie argumentiert.

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Vorlesungen zum Hören

Im August entdeckte ich das Angebot der amerikanischen Teaching Company. Angeboten werden dort Audiovorlesungen zu Themen des klassischen Bildungskanons in der Länge von sechs bis zweiundvierzig Stunden.

Drei dieser “audio lectures” hörte ich inzwischen als “Zeitfüller” an und war angenehm vom Niveau des Gebotenen überrascht. Jeremy McInerney geht zwölf Stunden der “Ancient Greek Civilization” nach. Hier konnte ich inhaltlich (abgesehen von ein paar neuen Aspekten zur minoischen und mykenischen Kultur) zwar nichts Neues erfahren, es war aber eine willkommene und geistreiche Zusammenfassung.

Dieselbe Länge hat der Kurs “Greek Tragedy” von Elizabeth Vandiver. Hier war der Neuigkeitswert deutlich höher. Zwar bin ich mit den Texten der antiken Tragödien einigermaßen vertraut, allerdings beschäftigte ich mich bisher nie mit der antiken Aufführungspraxis im Detail. Damit meine ich nicht, die grundsätzlichen Rahmenbedingungen der alten griechischen Theater, sondern Fragen, wie bestimmte Handlungssituationen auf der Bühne unter den gegebenen Voraussetzungen konkret dargestellt werden konnten.

Mit vierundzwanzig Stunden war “History of Ancient Rome” bisher am ausführlichsten. Prof. Garrett G. Fagan von der Pennsylvania State University ist ein ausgezeichneter Didaktiker und bewältigt die Stoffmassen ausgezeichnet. Er wechselt zwischen chronologischer und thematischer Präsentation.

Nach den ersten hervorragenden Erfahrungen werde ich sicher noch zahlreiche weitere dieser Vorlesungen anhören.

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Robert Musil: Der Mann ohne Eigenschaften. Remix

Literaturhaus Wien 9.12.

Der Bayerische Rundfunk hat in mehrjähriger Arbeit eine Hörfassung des MoE erstellt, dessen Ergebnis nun auch im Hörverlag in einer schwergewichtigen Kassette mit 20 CDs und einem dicken Buch vorliegt.

Dieses Projekt wurde im Wiener Literaturhaus vorgestellt. Auf dem Podium saßen – neben den Münchner Verantwortlichen – auch Walter Fanta als wissenschaftlicher Berater und Franz Schuh als Literaturkritiker. Aus editionsphilologischer Perspektive sind vor allem die Hörstunden hervorzuheben, die dem Nachlass gewidmet sind. Hier werden erstmals sehr entlegene Fragmente einem breiteren Publikum in solider Form zugänglich gemacht. Leider ist die Kassette mit 149.- Euro kein Schnäppchen. Der ORF verweigerte übrigens jegliche Beteiligung.

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