Robert-Musil-Zitate (2)
Nun ist es bekanntlich eine große Erleichterung, wenn man sich ärgert, seinen Zorn an jemand auszulassen, auch wenn er nichts dafür kann; aber weniger bekannt ist das von der Liebe. Trotzdem ist es auch da geradeso, und die Liebe muß oft an jemand ausgelassen werden, der nichts dafür kann, da sie sonst keine Gelegenheit findet.
Belletristisches Fundstück
König Basilius (tritt rasch auf):
Was geschah denn hier?
Sigismund:
Recht wenig:
Einer bot mir frechen Hohn,
Und ich warf ihn vom Balkon.
Calderon de la Barca: Das Leben ist ein Traum
Belletristisches Fundstück
Ich hatte gerade mein Philosophiestudium beendet, fand weder innerhalb noch außerhalb der Universität eine Stellung, die meinem Bildungsgrad entsprach, mußte aber Geld verdienen [...]
Mit einem gewissen Galgenhumor wurde ich Ausfahrer in einer Wäscherei. Der Mann, der mich damals einstellte, war der Inhaber der Wäscherei, der noch nie etwas von der Krise der Universität und vom Niedergang des Aufstiegsversprechens durch Bildung gehört hatte. Sie sind doch Doktor, rief er aus und wollte mich eine Weile nicht einstellen, weil er mich für hoffnungslos überqualifiziert hielt.
Natürlich bin ich überqualifiziert, sagte ich, deswegen bin ich aber doch nicht unfähig.
Wilhelm Genazino, Das Glück ins glücksfernen Zeiten
Literarisches Fundstück
Jeder Mensch sollte das Recht haben, sich in der zweiten Hälfte des Tages von der ersten zu erholen.
Wilhelm Genazino, Das Glück ins glücksfernen Zeiten
“Warum Bücher kostbar sind”
Ein paar Anmerkungen von John Updike dazu sind hier nachzulesen.
Bibliomanes Fundstück
Die Lektüre ist aber für mich, wie ich glaube, unbedingt notwendig: erstens, um mich nicht mit mir allein begnügen zu müssen, zweitens, um mit den Erkenntnissen anderer bekannt zu werden, drittens, damit ich mir über das, was sie herausgefunden haben, ein Urteil bilden und über die noch zu lösenden Fragen nachdenken kann.
(L. Annaeus Seneca)




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