Kategorie: Filmklassiker

Andrei Tarkovsky: Stalker (1979)

Wäre Kafka Regisseur geworden, hätte er sicher ähnliche Streifen gedreht. Rätselhaftigkeit und Ambiguität bestimmen sowohl den Inhalt als auch die Form. Eine kleine Gruppe ist unterwegs zur „Zone“, deren Bewandtnis nur durch Andeutungen kommuniziert wird. Es handelt sich also um eine riesige Reflexionsfläche für uns Zuseher. Diese Zone ist einerseits mythologisch aufgeladen (Stichwort: Sinnsuche), andererseits…
Weiterlesen

Francis Ford Coppola: The Godfather Part II (1974)

Wie bereits Godfather konnte mich auch die Fortsetzung nur bedingt überzeugen, und meine dort formulierten ästhetischen Einwände gelten ebenso für den zweiten Teil. Was ich nach weiterem Nachdenken zu Gunsten der beiden Filme noch sagen kann: Für Anfang der siebziger Jahre ist die narrative Komplexität sehr hoch, wenn man sie mit anderen amerikanischen Filmen vergleicht.…
Weiterlesen

Francis Ford Coppola: Godfather (1972)

Die Filmwelt ist sich einig: Godfather sei einer der besten Filme aller Zeiten! Als ich ihn nun nach langer Zeit wieder sehe, verwundert mich dieses Urteil. Ja, der Film ist handwerklich makellos gedreht. Ja, der Film zeigt eine große Liebe zum Detail. Ja, der Film ist für das Gangstergenre ungewöhnlich komplex. Trotzdem trieft der Film…
Weiterlesen

Martin Scorsese: Taxi Driver (1976)

Visuell ein hoch beeindruckender Großstadtfilm: Die Taxifahrten des Travis Bickle durch das nächtliche New York werden kongenial in Szene gesetzt. Selten sah man die Verkommenheit einer Großstadt in ästhetischere Bilder verpackt. New York in den Siebzigern war nach diversen Dimensionen tatsächlich eine Problemstadt. Scorsese porträtiert die unappetitliche Seite Manhattans mit einer ähnlichen Akribie wie Woody…
Weiterlesen

Vittorio De Sica: Ladri di Biciclette (1948)

Trist, elend und dreckig ist das Rom des Jahres 1948, in das uns Vittoria De Sica führt. Die meisten Menschen sind arm und fristen mühsam ihr Leben. Darunter auch Antonio Ricci, dessen Leben aber eine scheinbare Wende nimmt als er Arbeit als Plakatkleber findet. Unter Opfern treibt er das dafür notwendige Fahrrad auf. Prompt wird…
Weiterlesen

Fritz Lang: Metropolis (1927)

Die restaurierte Fassung sah ich eben zum ersten Mal. Metropolis ist einer jener Klassiker, deren Ästhetik und formale Brillanz ich zwar durchaus bewundern kann, der mich persönlich aber nur bedingt anspricht. Dabei ist die dystopische Technikzukunft aktueller denn je, denkt man an den Überwachungswahn oder an die Horden von Arbeitern, die in chinesische Riesenfabriken marschieren.…
Weiterlesen

Alfred Hitchcock: Psycho (1960)

Für den berühmten Mord unter der Dusche, der im Film fünfundvierzig Sekunden dauert, benötigte Alfred Hitchcock 70 Kamerapositionen. Wie die meisten großen Kunstwerke, wurde Psycho zu Beginn nicht verstanden. Manche Filmkritiker ließen kein gutes Haar an dem Streifen. Die visuelle Brillanz, welche semantisch weit über die Geschichte hinausgeht, erschloss sich erst später. Etwa die geniale…
Weiterlesen

Béla Tarr: Sátántangó (1994)

Wer die Filme des Aki Kaurismäki für deprimierend oder jene des Ingmar Bergman für trostlos hält, den wird Sátántangó überraschen. Gegen dessen düstere Stimmung wirken die beiden Genannten fast wie Anfänger. Mehr als sieben Stunden dauert dieses deprimierende Werk in schwarz-weiß. Eine heruntergekommene ungarische Kolchose mit noch heruntergekommeneren ehemaligen Bewirtschaftern soll verkauft werden. Schon die…
Weiterlesen

Truffaut: Les Quatre cents coups (1959)

Als einer der besten autobiographischen Filme der Filmgeschichte hat Les Quatre cents coups etwas Literarisches. Ein zwölfjähriger Pariser Junge rutscht langsam, aber konsequent in die Kriminalität ab. Seine Kindheit ist auf mehreren Ebenen ein Trauerspiel. Seine Mutter hasst ihn, sein Vater ist ein wohlwollender Versager. Truffaut zeigt die Erlebnisse quasi aus „personaler“ Perspektive des kleinen…
Weiterlesen

Chantal Akerman: Jeanne Dielman, 23 quai du Commerce 1080 Bruxelles (1975)

Inzwischen ist es schon einige Wochen her, dass ich den Film sah. Trotzdem bin ich immer noch so direkt beeindruckt als hätte ich ihn gestern gesehen. Der Film zeigt fast drei Stunden lang das Leben einer Hausfrau und zwar mit einem höchst raffinierten Zeitmanagement. Die Handlung läuft über drei Tage, aber man bekommt den Eindruck,…
Weiterlesen