Kategorie: Filmklassiker

Robert Bresson: Au hasard Balthazar (1966)

Bressons Film ist wohl der beste Tierfilm der Filmgeschichte. So verzichtet er auf die üblichen sentimentalen Konventionen des Genres. Stattdessen nutzt er die Hauptfigur des Streifens, um einen kalten Blick auf die Menschheit zu werfen. Diese Hauptfigur ist der Esel Balthazar, dem im Laufe seines Lebens mit zahlreichen Besitzerwechseln übel mitgespielt wird. Die Menschen, deren…
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Akira Kurosawa: Seven Samurai (1954)

Diese historische Saga über das von Räubern bedrohte arme Bauerndorf (1587), das sieben Samurai als Schutz anheuert, schrieb Filmgeschichte. Zahlreiche Western übernahmen die narrative Grundstruktur. Beeindruckend ist vieles an dem Werk. Um mit dem Ende anzufangen: Die Darstellung der Gewalt ist der Gegensatz dessen, was man vom amerikanischen Actionkino kennt. Die Kampfszenen sind realistisch unbeholfen.…
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Ingmar Bergman: Persona (1966)

Persona ist einer der furiosesten Filme des Depressionsspezialisten Ingmar Bergman. Bereits in den ersten Sekunden sieht man, wie ein Schaf geschlachtet und ein Nagel durch eine Hand geschlagen wird, um nur zwei Szenen der schnell geschnittenen Eröffnungssequenz zu erwähnen. Der Film ist fast durchwegs in einem ontologischen Schwebezustand gehalten. Was real, was geträumt, was ein…
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Andrei Tarkovsky: Mirror (1974)

Von allen Tarkovsky-Filmen, die ich bisher sah, ist Mirror sicher formal der experimentierfreudigste. Das liegt vor allem an der Nicht-Linearität der Szenen. Kindheitsszenen werden mit Weltkriegserlebnissen und Nachkriegsereignissen gemischt. Ich wäre beinahe versucht zu schreiben: remixed. Dokumentarisches Filmmaterial ist ebenso eingearbeitet wie surreale Traumszenen. Schwarz-weiß und Farbe wechseln sich mehrmals ab. Visuell und atmosphärisch ist…
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Singin’ in the Rain (1951)

Regie: Stanley Donen / Gene Kelly Ich muss vorausschicken, dass mir das Musical als Genre von Grund auf fern steht, weil ich die musikalische Qualität des Gebotenen nicht aushalte. Deshalb spricht mich Singin’ in the Rain nur sehr bedingt an, auch wenn ich die Auseinandersetzung mit der Filmgeschichte im Film durchaus sehe. Thematisiert wird ja…
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Michelangelo Antonioni: L’Avventura (1960)

Was wie ein harmloser Yachtausflug mit Freunden beginnt, entwickelt sich in ein seltsames Rätsel: Anna verschwindet spurlos auf einer der äolischen Inseln, die als Ausflugsziel dient. Die Suche verläuft vergeblich und für den Zuseher nimmt der Film eine leicht surreale Atmosphäre an. Annas Freund Sandro bekommt einen Hinweis, dass Anna in Palermo gesehen wurde. Als…
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Jean-Luc Godard: Le Mepris (1963)

Eigentlich braucht es nicht mehr als einen real auftretenden Fritz Lang, der einen Streifen über die Odyssee dreht, um mich sofort für einen Film einzunehmen. Damit wäre bereits die selbstreferenzielle Ebene des Films benannt, nämlich die Frage inwieweit ästhetische Kompromisse aus kommerziellen Gründen zulässig sind. Jeder ernstzunehmende Regisseur wird bis heute ständig damit konfrontiert. In…
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Carl Dreyer: Ordet (1955)

Es hätte ein guter Film über Religion sein können: Ein Soziogramm in Verbindung mit psychologischen Einzelstudien. Erzählt Ordet doch eine Romeo-und-Julia-Geschichte mit religiösem Hintergrund aus der dänischen Provinz. Die beiden betreffenden Familien gehören unterschiedlichen christlichen Sekten an, weshalb eine Heirat ausgeschlossen erscheint. Garniert wird das Ganze durch einen religiös völlig durchgeknallten Bruder, der hübscherweise durch…
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Akira Kurosawa: Rashomon (1950)

Heutzutage gehört es zum Standardrepertoire, eine Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven zu erzählen. Als Kurosawa Rashomon drehte, war es sehr innovativ. Ein Räuber überfällt im Wald einen Samurai samt seiner Gattin. Am Ende ist der Samurai tot. Die Details der Geschichte sind aber völlig andere, je nachdem ob sie der Samurai, der Räuber, die Frau oder…
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David Lynch: Mulholland Dr. (2001)

Eine hübsche Frau verliert bei einem mörderischen Überfall ihr Gedächtnis und eine weitere hübsche Frau hilft ihr bei der Suche nach ihren Erinnerungen. Hübsch ist eigentlich alles in diesem Film. Nachdem Hübschheit zur Konstituierung eines audiovisuellen Kunstwerks aber nicht hinreichend ist, garniert Lynch seine Geschichte mit einem soliden Schuss Surrealismus und einer brillanten Bebilderung. Mich…
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