Don Winslow: Tage der Toten

Obwohl hier Unterhaltungsliteratur bekanntlich nichts verloren hat, der kurze Hinweis auf diesen Politthriller des Don Winslow. Ich las ihn vor einigen Monaten vor und während meiner Mexiko-Studienreise als Vorbereitung. Winslow recherchierte ausführlich, um ein möglichst authentisches Bild über die mexikanische Drogenkriminalität zeichnen zu können. Das gelingt ihm auch exzellent und ist nichts für schwache Nerven, weil der Autor auch die gängigen Folter- und Hinrichtungsmethoden der Szene mit liebevoller Akribie schildert. Viele Anregungen bekam Winslow von realen Ereignissen, die man auszugsweise ebenfalls in diesem The-Atlantic-Artikel nachlesen kann, falls man es weniger blutrünstig mag.

Wer sich also für das organisierte Verbrechen in Mexiko interessiert, macht mit Tage der Toten nichts falsch. Die deutsche Übersetzung ist allerdings absolut nicht empfehlenswert. Wer des Englischen mächtig ist, sollte den Thriller deshalb unbedingt im Original lesen. Literarischen Wert konnte ich während der Lektüre keinen ausmachen, und bin deshalb schon sehr erstaunt, dass Suhrkamp inzwischen solche Bücher publiziert.

Don Winslow: Tage der Toten (Suhrkamp)

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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