Maja Haderlap: Engel des Vergessens

Akademietheater 17.3. 2016

Regie: Georg Schmiedleitner

Großmutter: Elisabeth Orth
Mutter: Petra Morzé
Vater: Gregor Bloéb
Ich 1: Alina Fritsch
Ich 2: Alexandra Henkel

Dieses Stück steht vor zwei heiklen Herausforderungen: Einen Roman auf die Bühne zu bringen und das heikle Thema des Konzentrationslagers zu inszenieren. Beides gelingt leider nur in Ansätzen. Das Beste des Abends ist die Sprache. Maja Haderlapp hat sich den Bachmann-Preis für ihren ersten Roman 2011 redlich verdient. Er beschreibt anhand einer slowenischen Familie in Kärnten die Zeit des zweiten Weltkriegs. Die Szenen springen zwischen unterschiedlichen chronologischen Punkten, die schließlich ein Gesamtbild ergeben.

Die Inszenierung hat einige starke Szenen. Etwa wenn Elisabeth Orth als Großmutter ihrer Enkelin von ihren Erfahrungen im KZ Ravensbrück berichtet. Die erste Hälfte des Abends wirkt auf mich immer wieder sehr belanglos bis hin zur Langeweile. Die zweite Hälfte ist dann deutlich besser, weil auch die Geschichte fesselnder wird. Georg Schmiedleitner hat viele gute Regieideen, die sich aber nie zu einem überzeugenden Ganzen formen und oft mehr als Pflichtübungen erscheinen.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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