Schwab: Die Präsidentinnen

Akademietheater 26.11. 2015

Regie: David Bösch

Erna, Mindestpensionistin: Regina Fritsch
Grete, Pensionistin: Barbara Petritsch
Mariedl: Stefanie Dvorak

Auf der Bühne ist ein ins Groteske erhöhtes Gemeindebaustilleben zu sehen, in dessen Mitte die drei sehr unterschiedlichen Damen des skatologischen Stückes sitzen und ihr furioses Redefeuerwerk abfackeln. Als es vor 25 Jahren uraufgeführt wurde, feierten viele Feuilletons Werner Schwab als neuen Dramatikerstar. Im neuen Jahrtausend ist es relativ ruhig um ihn geworden. Auf mich wirken Die Präsidentinnen heute in einem kruden Sinn mehr komisch als sozialkritisch, ähnlich wie South Park, wo ebenfalls gerne mit Fäkalhumor provoziert wird.

Das triste Leben der drei Protagonisten tritt dem Theaterbesucher in Form erzählter Geschichten entgegen. Speziell die Beziehungen der Drei bezeugen die Abgründe des menschlichen Zusammenlebens. Ein echtes Gespräch kommt selten zustande, es sei denn man streitet. Was den Theaterabend so furios macht sind die drei Burgschauspielerinnen, welche jede eine Glanzleistung liefern. Die ästhetische Idee Werner Schwabs, die Frauen in einem künstlichen, teilweise komischen Idiom sprechen zu lassen statt naturalistisch, ist das Kernelement des Dramas.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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