ISIL – Zwei Analysen

Nach den Anschlägen in Paris ist auch in den sogenannten seriösen Medien viel Unfug zu lesen. Im Fernsehen geben sich Terrorspezialisten mit unklarer Qualifikation die Studioklinken in die Hand. Deshalb hier der Hinweis auf zwei hervorragende Analysen, welche die aktuelle Situation und die Hintergründe sehr differenziert darstellen.

Der erste Artikel ist kürzlich im Blog der New York Review of Books erschienen: Paris: The War ISIS Wants von Scott Atran und Nafees Hamid:

As our own research has shown—in interviews with youth in Paris, London, and Barcelona, as well as with captured ISIS fighters in Iraq and Jabhat an-Nusra (al-Qaeda) fighters from Syria—simply treating the Islamic State as a form of “terrorism” or “violent extremism” masks the menace. Dismissing the group as “nihilistic” reflects a dangerous avoidance of trying to comprehend, and deal with, its profoundly alluring mission to change and save the world. What many in the international community regard as acts of senseless, horrific violence are to ISIS’s followers part of an exalted campaign of purification through sacrificial killing and self-immolation. This is the purposeful violence that Abu Bakr al-Baghdadi, the Islamic State’s self-anointed Caliph, has called “the volcanoes of Jihad”—creating an international jihadi archipelago that will eventually unite to destroy the present world to create a new-old world of universal justice and peace under the Prophet’s banner.

Der beste mir bekannte, sehr ausführliche Text über ISIS ist aus der März-Ausgabe von The Atlantic: What ISIS Really Wants von Graeme Wood. Auszüge daraus habe ich hier schon einmal zitiert. So lange sich die Politik nicht auf dieses intellektuelle Niveau begibt, werden keine adäquaten Gegenstrategien entwickelt werden können.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  • RSS Feed for Posts
  • RSS Feed for Comments
  • Twitter
  • XING
  • Facebook

Kategorien

„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

Aktuell in Arbeit

Tweets

  • RT @Snowden: You want to know how to stop the next whistleblower? Stop breaking the damn law. 3 Stunden
  • RT @davidfrum: Regular reminder that Donald Trump’s core competency is not dealmaking with powerful counter-parties. It is duping gullible victims. 3 Stunden
  • RT @DrPhiloponus: Es ist übrigens ein ebenso alter wie schäbiger Trick, erst ungerechte Gesetze zu schaffen und den Opfern danach Gesetzesbruch vorzuwerfen. 3 Stunden