Elfriede Jelinek: Die Schutzbefohlenen

Burgtheater 23.4. 2015

Regie: Michael Thalheimer

mit
Jasna Fritzi Bauer
Sarah Viktoria Frick
Alexandra Henkel
Christiane von Poelnitz
Stefanie Reinsperger
Catrin Striebeck
Adina Vetter
Tino Hillebrand
Daniel Jesch
Marcus Kiepe
André Meyer
Tilo Nest
Thomas Reisinger
Daniel Sträßer
Stefan Wieland

Zwei Tage nach der theatralischen Belanglosigkeit Die Affäre der Rue de Lourcine ein Abend mit Substanz: Elfriede Jelinek setzt sich mit dem europäischen Flüchtlingsdrama auseinander. Anlass war die Besetzung der Wiener Votivkirche durch Flüchtlinge und die absehbar peinliche Reaktion darauf von Wiener Politik und Medien. Jelinek macht daraus in bewährter Manier ein sprachmächtiges Chorstück und öffnet eine kulturgeschichtliche Perspektive, in dem sie Elemente von Aischylos Die Schutzflehenden einbezieht.

Düster in Szene gesetzt wird der Text von Michael Thalheimer, einem der besten zeitgenössischen Regisseure. Das Ergebnis ist als Bühnenerlebnis beeindruckend und wird handwerklich von allen Beteiligten bestens bewerkstelligt. Trotzdem bleibt bei mir ein schaler Nachgeschmack zurück, weil man sich die notwendige Empathie mit einer gehörigen Portion Voyeurismus erkaufen muss. Ob dieser „Trade Off“ aufgeht, muss jeder für sich selbst beurteilen.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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