Marjane Satrapi: Persepolis

Es war meine erste graphic novel. Vermutlich wird es auf absehbare Zeit auch meine letzte bleiben, weil mich das Genre überhaupt nicht anspricht. Weil Buch und Film in den letzten Jahren aber ein breites Publikum fanden, wollte ich sie als Vorbereitung für meine Iranreise nicht übergehen. Persepolis erzählt aus der Ich-Perspektive die Geschichte eines kleinen Mädchens, das während der islamischen Revolution in Teheran aufwächst. Die Erwachsenenwelt gespiegelt durch Kinderaugen ist freilich kein sehr origineller Kunstgriff mehr. Ihre säkularen Eltern schicken sie schließlich ins Exil nach Wien. Die Wiener Zeit war denn für mich auch der Höhepunkt des Buches, weil der Zusammenprall der beiden Kulturen amüsant und plausibel geschildert wird. Als Projekt interkultureller Verständigung, ist Persepolis sicher gelungen: Wer wenig über die Zeitgeschichte des Irans weiß, wird viele Wissenslücken schließen können.

Der Film spricht mich formal deutlich mehr an als das Buch. Visuell wirkt die grafische Ästhetik überzeugender auf der Leinwand als gedruckt. Ob einen die Zeichnungen ansprechen, ist freilich in erster Linie eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Marjane Satrapi: Persepolis.

Persepolis (Blu-ray)

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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