Josef Wiesehöfer: Das frühe Persien

Die kleinen Bände der Wissen-Reihe von C.H. Beck sind ideale Reisebegleiter, fallen sie doch buchstäblich im Gepäck nicht ins Gewicht. Für meine Iranreise besorgte ich mir deshalb unter anderen den Band über das frühe Persien. Josef Wiesehöfer ist ein ausgesprochener Kenner des frühen Iran und schafft es, trotz des knappen Rahmens, viele interessante Informationen zu vermitteln. Positiv fällt vor allem Zweierlei ins Gewicht: Erstens gibt er zu Beginn eine ausführliche Beschreibung der Quellenlage. Zweitens findet er auch Platz, den Paradigmenwechsel in seinem Fach zu thematisieren. Jahrhundertelang wurden die Perser ja aus der Brille der Griechen wahrgenommen. Die Griechen haben nicht nur die berühmten Perserkriege gewonnen, sie haben auch die Meinung über die Perser über Jahrtausende bestimmt. Erst in den letzten Jahrzehnten versuchte die Forschung, die altpersische Geschichte aus Perspektive der Perser zu verstehen. Beispielsweise waren die Perser als erstes multikulturelles Imperium außergewöhnlich tolerant, nicht nur was Religionsausübung angeht. Eine sehr gute Einführung auf akademischem Niveau.

Josef Wiesehöfer: Das frühe Persien. Geschichte eines antiken Weltreichs (C.H. Beck Wissen)

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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