Emil Nolde – In Glut und Farbe

Unteres Belvedere 30.11. 2013

Im ersten Raum fällt mein Blick zu Beginn auf Werke, die stark an van Gogh erinnern und tatsächlich war dieser einer der großen malerischen Vorbilder Noldes. Der Anfang der Ausstellung ist dem Frühwerk gewidmet. Es geht danach allerdings nicht chronologisch weiter, sondern thematisch. Noldes Großstadtbilder, seine Meeresbilder, seine Garten- und Blumenbilder, seine Bibelbilder sind nebst einigen anderen Themen gruppiert. Sein Expressionismus und seine Farbgebung wirkt auf mich immer wieder sehr grob gestrickt, was ihrer Wirkung aber mehr nützt als schadet. Einige der Meeresbilder entwickeln eine Leuchtkraft als würden sie auf einem LCD-Monitor gezeigt.

Einige der an der Wand gedruckten Zitate (ausführlicher im Audioguide) lassen ebenso wie viele der Bilder auf Noldes Weltbild schließen. Teile davon, wie sein Antiurbanismus und seine Idolatrie des vermeintlich Ursprünglichen und der „Natur“ lassen es nicht als überraschend erscheinen, dass Nolde die ersten Jahre ideologisch auf Seiten der Nazis stand. Seine Ästhetik war freilich schon bald inakzeptabel für die nazistische Kunstbarbarei und Nolde hatte die Ehre in der Ausstellung „Entartete Kunst“ berücksichtigt zu werden.

Die Ausstellung ist solide kuratiert und unbedingt einen Besuch wert.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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