Paris: Museen

April 2013

Neun Tage Paris, heißt natürlich: Jede Menge Museen! Wien ist zwar auch eine Museumsstadt, verblasst aber doch gegen Paris, was Quantität und Qualität des gezeigten angeht.

Louvre

An meinem Besuchstag ist das Museum ungenießbar. Zuletzt erlebte ich solche Besuchermassen in den Vatikanischen Museen. Speziell vor den berühmten Exponaten ist ein Menschenauflauf, so dass es kaum möglich ist, eines davon in Ruhe zu betrachten. Das war bei meinem Louvre-Besuch deutlich besser. Ich werde meine nächste Paris-Reise so legen, dass weniger Touristen zu erwarten sind (November) und dann auch die entlegeneren Öffnungszeiten am Abend nutzen.

Musée d’Orsay

Hier mache ich eine sehr interessante Erfahrung: Ich kann mich wieder für Impressionisten begeistern. Vor einigen Jahren konnte ich – nach vielen Impressionistenausstellungen – kaum mehr welche ansehen. Ich beschloss eine „Impressionisten-Diät“ und siehe da, ich war wieder sehr fasziniert von dem modernen Farbspiel und der Ästhetik dieser jungen Wilden. Die Sammlung scheint nur aus Hauptwerken zu bestehen. Der umgebaute alte Bahnhof passt gut zu den grandiosen Kunstvorstellungen der dort gezeigten Epochen.

Centre Pompidou

Der abenteuerlichste Museumsbesuch insofern als eine auf dem Vorplatz vergessene Tasche zu einer Großabsperrung inklusive Entschärfungskommando führt, und wir erst danach die berühmte Außenrolltreppe benutzen durfen. Die Sammlung ist in den oberen Stockwerken untergebracht und setzt zeitlich nach dem Musée d‘ Orsay ein, also nach den Impressionisten. Der Bestand ist durchaus eindrucksvoll. Das Museum of Modern Art in New York dürfte mehr erstklassige Werke haben, aber an zweiter oder dritter Stelle kommen sicher die Pariser.

Musée Rodin

Ohne Zweifel eines der schönsten Museen der Welt. Das liegt weniger an der als Ausstellungsgebäude genutzten Villa, sondern am Skulpturenpark. Die besten Werke Rodins sind malerisch im Park verteilt. Dazwischen viele Bänke. Müsste man keinen Eintritt bezahlen, wäre es eine Referenz in Sachen Kunst im öffentlichen Raum. Für uns Literaturfreunde ist speziell die künstlerische Auseinandersetzung Rodins mit Pariser Autoren interessant, etwa Balzac und Hugo.

Musée de l’Orangerie

Hauptattraktion der in den Tuilerien gelegenen Orangerie sind die berühmten riesigen Seerosenbilder Monets. Wenn man sie im Detail betrachtet, fällt auf, wie unterschiedlich Monet sie malte. Speziell der Abstraktionsgrad variiert. Einige der Bilder sind deutlich gegenständlicher als die anderen.

Diese Häuser kannte ich bereits von früheren Parisbesuchen, die beiden nächsten sind für mich hervorragende Neuentdeckungen.

Musée de Cluny

Ausschließlich dem Mittelalter ist diese Institution gewidmet. Herausragend ist nicht nur die Sammlung, von den wiederentdeckten Notre-Dame-Skulpturen bis hin zu den grandiosen Wandteppichen, sondern vor allem auch das alte Gebäude. Das Museum wurde im Hôtel des Abbés de Cluny untergebracht. Ein authentisches Ambiente ist damit garantiert. Ich sah bisher kein besseres Mittelaltermuseum.

Musée du quai Branly

2006 eröffnet ist es das ethnologische Museum in Paris. Spannend ist die Innenarchitektur, die teils verspielt, teils ikonographisch auf die Sammlung Bezug nimmt. So betritt man sie, indem man durch ein ausgetrocknetes „Flussbett“ geht auf dessen Boden Begriffe projiziert werden. Die ausgestellten Kunstgegenstände sind nach geographischen Kulturregionen (Afrika, Ozeanien…) gegliedert und enthalten viele schöne Stücke. So kann ich mich dort mit religiöser Malerei aus Äthiopien vertraut machen, mein nächstes Reiseziel. Die Exponate sind didaktisch auch gut aufbereitet.

Teil 1: Paris urban
Teil 3: Paris Ausflüge

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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