Egon Friedell an Anton Kuh

Sehr geehrter Herr,

überrascht stelle ich fest, dass Sie meine bescheidene Erzählung „Kaiser Josef und die Prostituierte“ unverändert, nur unter Hinzufügung der drei Worte „von Anton Kuh“ im „Querschnitt“ veröffentlicht haben.

Es ehrt mich selbstverständlich, dass Ihre Wahl auf meine kleine, launige Geschichte gefallen ist, da Ihnen doch die gesamte Weltliteratur seit Homer zur Verfügung gestanden hat.

Ich hätte mich deshalb gerne revanchiert, aber noch Durchsicht Ihres ganzen Oeuvres fand ich nichts, worunter ich meinen Namen hätte setzen mögen.

Egon Friedell

Eine Antwort auf Egon Friedell an Anton Kuh

  • Bonaventura sagt:

    Es gibt dazu ein schönes Pendant aus der Schachwelt: Als dem ehemaligen Weltmeister José Raúl Capablanca zu Ohren kam, dass der als Schachautor rege, als Spieler aber nicht sehr bedeutende Eugène Snosko-Borowsky an einem Buch mit dem Titel »Capablancas Fehler« arbeite, ließ er ihm mitteilen, er selbst arbeite seit Jahren an einer Monographie »Gute Züge von Snosko-Borowsky«, habe aber bis auf den Titel bislang kein weiteres Material finden können.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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