Was soll man lesen?

Letzte Aktualisierung: 23. Juni 2013

Ab und an werde ich gefragt, welche aktuellen Printmedien ich lese bzw. wo ich mich online über aktuelle Geschehnisse auf dem Laufenden halte. Das grundlegende Dilemma dabei beginnt aber schon eine Stufe früher: Wie viel Lesezeit soll man überhaupt für Tagesaktualitäten investieren? Wäre die Lesezeit nicht optimaler verwendet, wenn man Bücher bzw. Klassiker läse? Dem entgegen entsteht der intellektuelle Anspruch, über das Weltgeschehen passabel informiert zu sein, weil mir ein Leben im Blindflug wenig erstrebenswert erscheint.

Während des Studiums war das kein Problem: Ich hatte genügend Zeit für Aktuelles und für Klassisches. Viele Jahre las ich jeden Tag ausführlich die Neue Zürcher Zeitung, phasenweise auch die FAZ, dessen Feuilleton- und Buchberichterstattung im deutschsprachigen Raum nach wie vor unerreicht ist. Auch Die Zeit vernachlässigte ich nicht, wobei ich sie bereits in den neunziger Jahren immer weniger las. Die New York Review of Books war bereits damals für mich am Wichtigsten. Auch das Times Literary Supplement (TLS) lag regelmäßig auf meinem Lesetisch.

Nach dem Studium las ich noch einige Jahre die NZZ weiter. Durch die zusätzlichen Angebote im Web war aber bald der Punkt erreicht, an dem ich für die klassische Zeitungslektüre keine Zeit mehr hatte bzw. für Buchlektüre kaum mehr etwas übrig geblieben wäre. Für das wöchentlich erschienene TLS war längst keine Zeit mehr.

Meine Printmediennutzung sieht nun so aus:

Als völlig unverzichtbar für die intellektuelle Grundversorgung erachte ich die seit 1996 abonnierte New York Review of Books. Was aktuelles Weltgeschehen angeht, fand ich bisher keine bessere Zeitschrift als den The Economist. Österreichische und Wiener Themen deckt der Falter hinreichend ab, ergänzt von der einen oder anderen Webseite.

Im Web nutze ich oft die Seiten meiner Lieblingsmedien, also die NYRB (und dessen Blog) sowie The Economist. Zusätzlich bin ich ein starker RSS-Nutzer. Diverse Newsquellen und Blogs lese ich vor allem auf diesem Weg. Was Technik-Neuigkeiten angeht, ist Tagesaktualität nur selten notwendig. Mein Abonnement der c’t versorgt mich zuverlässig mit allen Neuigkeiten.

2 Antworten auf Was soll man lesen?

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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