Die Haut in der ich wohne

Filmcasino 14.10.

Regie: Pedro Almodóvar
USA 2010

Den neuen Film Almodóvars einem Genre zu zuordnen ist nicht einfach. Man könnte von einem Thriller sprechen, wäre die Erzählstruktur weniger polyvalent raffiniert und die gestalterischen Details weniger ausgeprägt. Zu Beginn beobachten wir den Schönheitschirurgen Dr. Robert Legard, gespielt vom inzwischen völlig verclooneyten Antonio Banderas, wie er in seinem luxuriösen Hightech-Anwesen eine junge Frau gefangen hält. Was es mit dieser Patientin (?) auf sich hat, wird durch eine ebenso überraschende wie furiose Geschichte in Rückblicken erzählt. Wie man es bei Almodóvar gewohnt ist, setzte er alles optimal in Szene. Das Interieur der Räume ist so geschmackvoll, dass es beinahe schon wieder geschmacklos ist. Jeder kleine Gegenstand ist überlegt platziert und das Labor, in dem sich einige unsaubere Szenen abspielen, ist auf Hochglanz poliert. Kritiker werfen dem Regisseur deshalb gerne Manierismus vor. Mir imponiert aber diese Liebe zum Detail in einer Zeit, wo Kulturproduktion oft durch Schlamperei und sogenannte Sachzwänge glänzt.
Die Haut in der ich wohne ist aber nicht nur visuell von einer beeindruckenden Perfektion. Auch inhaltlich gibt der Film viele Denkanstöße. Er setzt sich ästhetisch intelligent (also mit Zurückhaltung) mit aktuellen Fragen der Medizinethik und Gentechnik auseinander.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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