Angelo Soliman: Ein Afrikaner in Wien

Wien Museum 1.10.

Der Name „Soliman“ begegnete mir zum ersten Mal als ich Musils Mann ohne Eigenschaften las. In ihm spielt Soliman, ein jugendlicher schwarzen Diener des Industriellen Arnheim, eine wichtige Nebenrolle. Recherchen ergaben schnell, dass Musil damit auf den berühmtesten Wiener Migranten des 18. Jahrhundert anspielte: Angelo Soliman (ca. 1721-1796). Der Kindersklave landete nach Zwischenstationen am Hofe des Fürst Liechtenstein. Dort wurde er respektvoll behandelt, was freilich an seiner Rolle als exotischer Hofaufputz nichts änderte. Trotz des am Ende seines Lebens vergleichsweise hohen sozialen Status, wurde sein Leichnam beschlagnahmt und ausgestopft: Soliman landete als Präparat im Naturalienkabinett des Kaisers.

In Wien ist diese Geschichte sehr bekannt und das Wien Museum hat nun dem Leben Solimans eine höchst sehenswerte Ausstellung gewidmet. Sie zeigt nicht nur anhand diverser Exponate und Quellen sehr anschaulich die Lebensstationen des Afrikaners. Ein Teil der Schau widmet sich auch dem kulturellen und historischen Nachwirken. Am Ende äußern sich in Wien lebende Afrikaner via Video zu Soliman und berichten eindrücklich über ihre Erfahrungen in der Stadt. (Bis 29.1.)

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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