Die Entdeckung Perus

Die Entdeckung von Peru 1526-1712. Die Eroberung des Inkareiches durch Pizarro und andere Conquistadoren (Edition Erdman)

Als Reisevorbereitung las ich diese Anthologie mit den Augenzeugenberichten von Celso Gargia, Gaspar de Carvajal und Samuel Fritz. Die unwahrscheinliche Eroberung des Inkareiches durch Francisco Pizarro im Jahr 1531 zählt zu den bekanntesten Entdeckungsgeschichten überhaupt. Desto spannender ist es, die dazugehörigen Quellen zu lesen. Die Darstellung der den Ereignissen beiwohnenden Kleriker ist kritischer als von mir erwartet. Pizarros „Verdienste“ werden zwar zu Beginn sehr herausgestrichen. Als Peru dann aber zum Spielplatz unterschiedlicher spanischer Fraktionen wird, die sich aus Gier bekämpfen, schildert Gargia diesen Bürgerkrieg mit der entsprechenden kritischen Distanz. Auffallend auch, dass die Missionare immer wieder Initiativen zum Schutz der Indianer starten. So lehnen sie es strikt ab, dass diese in die Sklaverei verkauft werden, was natürlich auch eigennützige Gründe hat. Die jeweiligen Statthalter Perus werden schnell Opfer von Größenwahn und Machtrausch. Die spanische Krone kann immer nur sehr langsam reagieren, dauert der Transport von Nachrichten doch oft länger als ein halbes Jahr.

Klassische Abenteuerberichte bekommt man bei den ersten Erkundungen und der Durchquerung des Kontinents durch Francisco Orellana geboten, die entlang des Amazonas stattfinden: Indianerüberfälle, Kannibalismus, gruselige Insekten und Krankheiten – das ganze Repertoire. Hier ist der letzte Bericht des Samuel Fritz, eines Steiermärkers, besonders ergiebig, der zu Beginn quasi alleine im Urwald unterwegs ist.

Die Augenzeugenberichte sind in ein vergleichsweise modernes Deutsch übertragen. Das geht etwas auf Kosten der Authentizität, fördert aber die Lesbarkeit.

[Hier geht es zu meinem eigenen Peru-Reisebericht.]

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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