Karl-Markus Gauß: Die Hundeesser von Svinia

Zsolnay Verlag bzw. dtv (Amazon Partnerlink)

Das schmale Buch trägt keine Gattungsbezeichnung. Es bietet sich an: Reiseliteratur bzw. präziser: Reisereportage. Mit fließenden Übergängen zur soziologischen (oder doch: anthropologischen?) Feldstudie versteht sich sowie dem historisch-politischen Essay.
Eines läßt sich jedenfalls feststellen: Der Text ist glänzend geschrieben. Laut der Buchhändlerin meines Vertrauens verkauft sich das Buch gut, so dass zu hoffen ist, dass Gauss stilistische Meisterschaft endlich auch einem größeren Publikum bekannt wird.

Die vom Autor beschriebene Reise führt in durch die Ostslowakei. Sein Interesse gilt diesmal den slowakischen Roma, deren Siedlungen er an verschiedenen Orten besucht. Man braucht nicht zu erwähnen, dass dies bei den slowakischen Nachbarn der Roma auf eine Mischung von Erstaunen und Unverständnis stößt, wohnen sie doch meist seit Jahren unmittelbar nebenan, ohne je einen Fuß in diese Slums gesetzt zu haben.

Gauß großes Verdienst ist es, einmal mehr mit großer Behutsamkeit die Ränder Europas ins Zentrum zu rücken.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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