Reise-Notizen West-Türkei (2): Istanbul

Kreatives Chaos auf kulturträchtigem Boden. Ein höchst spannendes urbanes Experiment. Wer wird langfristig die Oberhand gewinnen, Orient oder Okzident? Eine Antwort darauf ist im Moment völlig unmöglich. Je nach Stadtteil sieht man ein völlig anderes Gesicht der Stadt. Eine europäische Metropole rund um den Taksim-Platz, eine orientalische Welt in der Altstadt. Der Kontrast zwischen Reichtum und Armut ist überall präsent.

Vier Tage Istanbul sind eigentlich zu wenig, man schafft gerade das Wichtigste. Die architektonisch seltsam zerstückelte Topkapi-Palastanlage mit der Schatzkammer, deren Werke farblich viel geschmackvoller komponiert sind als die in Wien zu sehenden überladenen Gegenstände des habsburgischen Kunsthandwerks. Die klassizistischen osmanischen Moscheen, deren gelungeste meiner Meinung nach die Suleymaniye ist. Die grandiose Hagia Sophia, deren Raumeindruck seit über 10 Jahren leider von einem riesigen Gerüst unter der Kuppel arg beeinträchtigt wird. Die hervorragend erhaltene römische unterirdische Zisterne mit mehr als 100 wild zusammengetragenen Säulen. Schließlich die Chorakirche mit gut erhaltenen Mosaiken, die viele spannende illusionistische Details aufweisen (z.B. Berücksichtung der Windrichtung).

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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