Franz Werfel: Verdi. Roman der Oper

Aufbau Verlag bzw. Fischer TB (Amazon Partnerlink)

Werfel weist in seinem 1923 geschriebenen „Vorbericht“ berechtigterweise auf die ästhetischen Kalamitäten hin, die ein Künstlerroman mit sich bringt, vor allem wenn er sich „Wahrheit“ als Ziel setzt.

Führt man sich diese Schwiergkeiten vor Augen, kann man Werfel das Kompliment machen, dass ihm diese Seite des Romans gut gelungen ist. Verdi ist eine glaubwürdige Figur, und die ästhetischen und musikhistorischen Themen werden auf adäquatem Niveau abgehandelt.

Die Schwäche des Buches ist eine literarische: Werfel setzt seine erzählerischen Instrumente oft zu unpäzise ein. Das Ergebnis sind narrative Übertreibungen und zu pathetische Passagen.

Lesenswert ist der Roman allerdings durchaus, vor allem, wenn man sich für (italienische) Oper interessiert: Im Mittelpunkt steht die Schaffenskrise des alten Verdi samt seiner Auseinandersetzung mit Richard Wagner.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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