Molière: Der Menschenfeind

Theater in der Josefstadt 18.1.03
Regie: Günter Krämer
Alceste: Helmut Lohner
Philinte: Michael Dangl

Eine für die Josefstadt „avantgardistische“ Inszenierung: Zusammengeschnittene Szenen, eine kühle Bar auf der Bühne, künstlich stilisierte Sprechakrobatik, weit aufgerissene Augen durch monokelähnliche Augen-Aufsätze.

Ein ambitioniertes Motiv: Die szenische Spiegelung der Menschenfeindlikeit des Alceste. Schwer zu sagen, warum die Aufführung dennoch völlig missglückt. Die Zerstörung des Komödienhaften dürfte ausschlaggebend sein. Molières delikate Balance zwischen Lächerlichkeit und Tragik wird zulasten des Komischen verschoben. Die Bitterkeit des letzten Auftritts des Helmut Lohner ist verblüffend. Trotzdem kann man sich einen Besuch der Aufführung getrost sparen.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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