Giorgione: Die drei Philosophen

Kunsthistorisches Museum Wien

Eines der mich derzeit am meisten beschäftigenden Bilder der Sammlung. Es ist nicht überliefert, ob Giorgione drei bestimmte Denker im Sinn hatte, als er 1509 das Gemälde schuf. Neben dem Greis ganz rechts, in dem viele einen antiken Philosophen sehen wollen, steht ein Mann mittleren Alters. Er ist orientalisch gekleidet, was die Interpretation nahelegt, dass damit die Bedeutung der arabischen Philosophie für die Renaissance gewürdigt wird.

Sehr interessant ist nun der jüngste Philosoph. Sein Blick richtet sich nach oben und er hält ein astronomisches Instrument in Händen. Die Versuchung ist groß, dies als einen für den Anfang des 16. Jahrhunderts sehr hellsichtigen Hinweis auf die erkenntnistheoretische Bedeutung der Naturwissenschaften zu interpretieren. Damit hätte Giorgione ein beinahe prophetisches Werk geschaffen, was die Entwicklung der Geistesgeschichte angeht.

Links im Bild ist eine Höhle zu erkennen, natürlich ein Verweis auf Platons berühmtes Gleichnis. Alles in allem ein faszinierendes, vielschichtiges Gemälde, das berechtigterweise eine Vielzahl von Interpretationen hervorrief.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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