Bücherherbst (5): Haffmans Verlag

Zuletzt durch Finanznöte und eine illegale Arno-Schmidt-Lizenzausgabe bei Zweitausendeins im Gerede, weist der Verlag mit einem literarischen Zitat auf dem Umschlag der Herbst-Vorschau auf die Misere hin:

In den Anfangsjahren seines Bestehens befand sich der Verlag Lilley & Chase im Zustand einer Dauerfinanzkrise. Statt mit den andern Verlagsvertretern gemeinsam jedes Jahr zur Frankfurter Buchmesse zu fliegen, fuhr man mit dem Auto: Sam und Richard saßen vorne in dem Volvo-Kombiwagen, Baujahr 1960, auf der Rückbank quetschten sich drei Lektoren, dazu im Kofferraum fünf Reisetaschen, diverse Manuskripte und Kartons mit Vorabexemplaren. Sam und Richard stiegen im Frankfurter Hof ab, um den Schein zu wahren, die anderen teilten sich ein Zimmer in einer Pension unweit der Amüsiermeile hinterm Bahnhof.

(aus: „Lilley & Chase. Aufstieg und Fall eines Verlagshauses“ von Tim Waterstone)

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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