Schlagwort: Menschenrechte

Katherine Boo: Behind the Beautiful Forevers: Life, death, and hope in a Mumbai undercity

Wenig dürfte der Lebenswelt des durchschnittlichen Europäers fremder sein als der Alltag in einem indischen Slum. Millionen Verlierer bei der jährlichen Geburtslotterie werden in einer dieser tristen Hüttensiedlungen geboren statt in Berlin, Buxtehude oder Bremen und Ihr Leben ist damit bis zum Ende determiniert. Wir Westler haben viele Klischees über das Leben in Slums im…
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Armin T. Wegner: Die Austreibung des armenischen Volkes in die Wüste

Vor meiner Armenien-Reise im Mai las ich als Vorbereitung auch noch dieses wichtige Dokument zum Genozid an Armeniern, speziell auch die Rezeptionsgeschichte betreffend. Armin T. Wegner war nämlich einer der wenigen Augenzeugen des Verbrechens und ein hartnäckiger Anprangerer desselben nach dem ersten Weltkrieg. Seine vorherigen Versuche, deutsche Behörden und Medien zu mobilisieren, waren gescheitert. Man…
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Konzentrationslager in Nordkorea

Vor einigen Ausgaben widmete The Economist den Aufmacher seines Asia-Teils den Arbeitslagern in Nordkorea. Viel redet die Welt über die Atommacht. Dass dort gleichzeitig Millionen an Leben ruiniert werden, scheint den Diplomaten weniger schlaflose Nächte zu bereiten: The testimony of one recent escapee, Shin Dong-hyuk (a new name), stands out. He was born in one…
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Las Casas: Kurzgefaßter Bericht von der Verwüstung der Westindischen Länder (1542)

Nach meiner Südamerika-Reise lässt mich das Thema nicht los. Eigentlich wollte ich den berühmten Kurz gefasster Bericht von der Verwüstung der westindischen Länder noch als Vorbereitung lesen, es wurde nun eine Nachbereitungs-Lektüre. Das Buch ist auf mehreren Ebenen faszinierend. Erstens gilt es als die wichtigste Quelle über die Behandlung der Eingeborenen durch die spanischen Eroberer.…
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mordslust

Dieser Artikel ist die Langfassung des in the gap Nr. 120 erschienen Artikels. Warum ist das Böse so verabscheuungswürdig und besitzt dennoch so eine Faszination? Vier neue Bücher beschreiben Ursachen, ohne dem wahren Bösen wirklich auf den Grund zu gehen. Das Böse fasziniert die Menschen seit sie begannen, über ihre Rolle im Universum nachzudenken. Wirft…
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Ein Spaziergang durch die Buch Wien 11

Der deplorable Zustand der österreichischen Verlagslandschaft ist gut bekannt und oft beklagt. Wer sich davon ein persönliches Bild machen will, der kann dies auf der Buch Wien tun. Winzig wirkt die Ausstellungshalle, wenn man die Größe anderer Buchmessen kennt. Die einheimischen Verlage präsentieren ihr Druckwerk. Das Publikum heute waren überwiegend Schulklassen. Der beachtlichste Menschenauflauf galt…
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Menschenopfer gestern und heute

Zufällig stieß ich heute auf zwei Geschichten, die einen weiten historischen Bogen zu einem Thema spannen, das unsere Säugetierart nicht von von ihrer besten Seite zeigt. In der aktuellen Ausgabe von National Geographic (January 2010) ist ein lesenswerter Artikel über Ahnenverehrung und die Begräbnissitten in China. Titel Restless Spirits, leider nicht online verfügbar. Darin heißt…
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Studentenaktion im Burgtheater

14.11. 2009 Lorenzaccio stand gestern auf dem Programm (Theaterkritik folgt), ein Stück über Korruption und die Unfähigkeit der „Elite“ im Florenz des 16. Jahrhunderts. Das Publikum wurde in der Pause passenderweise mit der Unfähigkeit der eigenen politischen Eliten konfrontiert, deren Symptom die desaströse und im internationalen Vergleich hochnotpeinliche Bildungs“politik“ ist. Schätzungsweise 150 bis 200 Studentinnen…
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Klaus Brinkbäumer: Der Traum vom Leben. Eine afrikanische Odyssee

Wir kennen sie nur aus panischen Medienberichten, diese Afrikaner, die ihr Leben aufs Spiel setzen und die in kleinen Booten versuchen, die mit allen technischen Finessen geschützte Südgrenze der EU zu überwinden. Die Einzelschicksale verstecken sich hinter abstrakten Zahlen. Deshalb ist es sehr zu begrüßen, dass Klaus Brinkbäumer, Afrika Korrespondent des „Spiegel“, in seinem neuen…
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Karl-Markus Gauß: Die Hundeesser von Svinia

Zsolnay Verlag bzw. dtv (Amazon Partnerlink) Das schmale Buch trägt keine Gattungsbezeichnung. Es bietet sich an: Reiseliteratur bzw. präziser: Reisereportage. Mit fließenden Übergängen zur soziologischen (oder doch: anthropologischen?) Feldstudie versteht sich sowie dem historisch-politischen Essay. Eines läßt sich jedenfalls feststellen: Der Text ist glänzend geschrieben. Laut der Buchhändlerin meines Vertrauens verkauft sich das Buch gut,…
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