Kategorie: Renaissance (Klassiker)

Harold Bloom

The Western Canon The Books and School of the Ages. (Riverhead Books) Bloom ist ein großer Kenner, wenn es um Klassiker geht. Seine von der Psychoanalyse inspirierten literaturtheoretischen Vorstellungen sind aber sehr fragwürdig. Man liest Bloom also am besten als Leser und als Polemiker, nicht als Literaturwissenschaftler. Polemiker deshalb, weil er an der postmodernen Umgestaltung…
Weiterlesen

Mark Lilla über Montaigne

Für die New York Review of Books No. 5 verfasste Mark Lilla einen exzellenten Essay über Montaigne. Anlass ist die auch hier kürzlich besprochene Einführung der Sarah Bakewell. Einleitend beklagt Lilla wie schlecht heutzutage über Klassiker geschrieben wird, was man Wort für Wort unterstreichen kann: The art of the introduction is dying. It used to…
Weiterlesen

Sarah Bakewell: Montaigne

Es gibt eine Reihe von Autoren, die für mich unverzichtbar sind. Montaigne ist – neben Shakespeare, Goethe, Doderer, Musil, um ein paar zu nennen – einer davon. Es gibt nur wenig nicht-fachwissenschaftliche Publikationen über Montaigne, weshalb ich mit großem Interesse zu Bakewell’s neuer Biographie griff. Es gilt hier gleich eine erste Einschränkung zu machen: Es…
Weiterlesen

Shakespeare: Was ihr wollt

Burgtheater 29.12. Regie: Matthias Hartmann Viola: Katharina Lorenz Orsino: Fabian Krüger Olivia: Dörte Lyssewski Maria: Maria Happel Sir Toby Rülp: Nicholas Ofczarek Sir Andrew Bleichenwang: Michael Maertens Malvolio: Joachim Meyerhoff Eigentlich bin ich kein Freund von komödiantischen Klamaukinszenierungen. Ich habe mich aber gestern von Matthias Hartmann belehren lassen, dass man Klamauk erstklassig und hochgradig komisch…
Weiterlesen

Who wrote Shakespeare?

Wer zum ersten Mal auf das neue Buch des James Shapiro mit dem Titel Contested Will: Who Wrote Shakespeare? stößt, könnte vermuten, es handele sich um einen weiteren Beitrag dieser abstrusen Debatte. Weit gefehlt! Shapiro schrieb ein Buch über die diversen grotesken Theorien um die Autorschaft dieses grandiosen Lebenswerks. Stanley Wells schrieb für die New…
Weiterlesen

Früher war alles besser?

Die Leser alter Bücher wissen, dass seit der Antike die Alten den Jungen ausrichten, früher sei doch alles viel besser gewesen. Eine sehr lesenswerte Reflexion dieses Themas findet sich bereits in Castigliones Book of the Courtier (1528): I have many times asked myself, not without wonder, the source of a certain error which, since it…
Weiterlesen

Montaigne

Von der Kunst, das Leben zu lieben (Büchergilde Gutenberg) Über meinen Favoriten Montaigne schrieb ich an dieser Stelle schon einiges. Er zählt zu den Klassikern, die ich immer wieder lese. Erst wollte ich erneut zu einigen seiner Essais greifen, entschied mich dann aber für diese Auswahlausgabe von Hans Stilett. Das Buch enthält nach Themen geordnete…
Weiterlesen

Michelangelo

Lebensberichte, Briefe, Gespräche, Gedichte (Manesse) Für eine wirklich intensive Beschäftigung mit der Kunstgeschichte fehlt mir leider die Zeit. Zwar besuchte ich inzwischen die wichtigsten Museen der Welt, aber man bräuchte für dieses weite Feld ähnlich viel Muße wie für die Beschäftigung mit der Weltliteratur. So greife ich mir als Notbehelf gerne zentrale Figuren der Kunstgeschichte…
Weiterlesen

Montaigne über Bücher

[Der Umgang mit Büchern] weicht mir auf meiner ganzen Lebensbahn nicht von der Seite und steht mir allenthalben zu Diensten. Er tröstet mich im Alter und in der Einsamkeit. Er entlastet mich von der Bürde des öden Müßiggangs und hält mir zu jeder Stunde unerwünschte Gesellschaft vom Leib. Er stumpft die stechenden Schmerzen, falls sie…
Weiterlesen

Literatur der Frühen Neuzeit

Die deutschsprachige Literatur zwischen 1500 und 1700 wird heute fast nur noch von Germanisten gelesen. Das ist schade, da die frühneuhochdeutschen Prosaromane wie Fortunatus nicht unamüsant sind. Kai Bremer hat nun eine neue Einführung geschrieben, die zumindest nach dieser Rezension „überzeugend“ ist.