Kategorie: Deutschsprachig

Herta Müller

Herztier. Roman (rororo) „Herta who?“ war der „running gag“ nach der Verkündigung des Literaturnobelpreises in der angelsächsischen Welt. Im deutschsprachigen Raum war Herta Müller in literarischen Kreisen auch vorher schon eine feste Größe. Ich selbst hatte nur Herztier in meiner Bibliothek stehen. Hatte es damals auch gelesen, konnte mich aber kaum daran erinnern. Kein gutes…
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Martin Amanshauser

Die ersten beiden Romane Martin Amanshausers [1998] Zwei Bücher innerhalb eines Jahres vorzulegen ist für einen jungen Autor eine beachtliche Leistung, vor allem wenn es sich um die ersten beiden Titel, also den eigentlichen Beginn einer literarischen Laufbahn handelt. Der Erstling Martin Amanshausers, Im Magen der Hyäne, ist auch kein normales Debut, sondern ein origineller…
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Wilhelm Genazino: Das Glück in glücksfernen Zeiten

Genazino hat seit längerer Zeit seinen literarischen Stil gefunden: Er schreibt kurze Romane, in denen seine Helden aus hellsichtiger Beobachterperspektive ihrem Alltagsleben gegenübertreten. Die Ich-Erzähler schildern ihren oft abstrusen Alltag, der pointenreich beobachtet wird. Das ergibt einen sentenzenreichen Stil, der sehr amüsant zu lesen ist. Einige Zitate waren hier bereits als Fundstücke zu sehen. Auch…
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Belletristisches Fundstück

Ich hatte gerade mein Philosophiestudium beendet, fand weder innerhalb noch außerhalb der Universität eine Stellung, die meinem Bildungsgrad entsprach, mußte aber Geld verdienen […] Mit einem gewissen Galgenhumor wurde ich Ausfahrer in einer Wäscherei. Der Mann, der mich damals einstellte, war der Inhaber der Wäscherei, der noch nie etwas von der Krise der Universität und…
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Literarisches Fundstück

Jeder Mensch sollte das Recht haben, sich in der zweiten Hälfte des Tages von der ersten zu erholen. Wilhelm Genazino: Das Glück ins glücksfernen Zeiten

Ruth Klüger

weiter leben. Eine Jugend. dtv Jeden November wird in Wien ein von der Stadt und diversen Unternehmungen gesponsertes Gratis-Buch verteilt, das nicht nur in den Buchhandlungen aufliegt. Dieses Jahr fiel die Wahl auf Ruth Klügers beeindruckende Autobiographie, in der sie Ihre jüdische Kindheit im nazistischen Wien und Ihre Aufenthalte in Konzentrationslager schildert. Auch wenn das…
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Wilhelm Genazino: Die Vernichtung der Sorgen

Der zweite Teil der Trilogie erschien 1978 und schreibt die Romanexistenz des kleinen Angestellten Abschaffel fort. Abgesehen von einer grotesken Aussteiger-Fantasie, nämlich Zuhälter werden zu wollen, nimmt Genazino den Leser erneut mit in den zermürbenden Lebensalltag der Figur, inklusive Problemen im Büro und dem Liebesleben der Angestellten. So zusammengefasst klingt das banal und uninteressant. Wie…
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Wolfgang Hilbig: Werkausgabe

Verdientermaßen bekommt der letztes Jahr verstorbene Wolfgang Hilbig, den ich für einen der interessantesten Autoren der Gegenwart halte, eine Werkausgabe. Der erste Band ist kürzlich erschienen.

Gert Jonke: Freier Fall (Uraufführung)

Akademietheater 30.5. Regie: Christiane Pohle Ouvertüre: Branko Samarovski Erich: Markus Hering Bertl: Johannes Krisch Göre: Adina Vetter Butler Zwillinge: Sven Dolinski Butler Zwillinge: Gerrit Jansen Siedu: Libgart Schwarz Soldat: Michael Masula Musiker: Claus Riedl Musiker: Georg Wagner Von allen Gegenwartsdramatikern, denen sich das Burgtheater in der aktuellen Ära verschrieben hat, ist Gert Jonke die beste…
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Wilhelm Genazino: Abschaffel

Wie ungerecht literarischer Ruhm verteilt sein kann, sieht man an Wilhelm Genazino. Seine Abschaffel-Trilogie erschien bereits Ende der siebziger Jahre, einem größeren literaturinteressierten Publikum wurde er aber erst 2004 bekannt als ihm, längst überfällig, der Georg-Büchner-Preis verliehen wurde. „Abschaffel“ gehört zum Genre des Angestelltenromans und hat deshalb einige Gemeinsamkeiten mit Werners „Zündels Abgang“. Letzterer ist…
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