Das Buch habe ich mir primär gekauft, um die vielen anekdotischen Geschichten mit Fakten zu untermauern, dass sich sehr viele unserer Reichsten der Reichen gerade durch den Kauf von Inseln und avancierten Bunkern auf den Untergang der Zivilisation vorbereiten. Während sie also den Menschen weltweit eine glorreiche Zukunft durch ihre Technologien versprechen, setzen sie gegenteilige Handlungen, als ob sie sicher wüssten, dass sie mit ihren Aktivitäten in Wahrheit die Menschheit zerstören. Es soll ja auch CEOs von Social Media Firmen geben, die ihren eigenen Kindern die Nutzung von Social Media strikt verbieten.
Diese Erwartung erfüllt Survival of the Richest aber gar nicht. Zwar nimmt Rushkoff eine Gruppe dieser Leute, die ihn deshalb einladen, als Aufhänger. Er geht aber in diesem Punkt über Anekdotisches und einige Beispiele nicht hinaus. Stattdessen holt er zu einer Beschreibung des „mindset“, also der Ideologie dieser Leute, aus und zu einer fundamentalen Kritik an dieser spätkapitalistischen Technokultur. Die meisten seiner Argumente und Beobachtungen sind plausibel und bestätigen die eigene kritische Sichtweise. Es bleibt aber überwiegend beim Anekdotischen, ohne tiefergreifende Analysen, empirische Evidenzen oder gar plausible Lösungsvorschläge. Auf einer Skala zwischen Pamphlet und wissenschaftlich orientiertem Sachbuch, würde ich es deutlich näher beim Pamphlet einordnen.
Das ist nun per se nichts Schlechtes, und je mehr aufrüttelnde Texte es zu diesem Thema gibt, desto besser. Wer sich bereits eine kritische Meinung zum Thema gebildet hat, kann auf die Lektüre verzichten.
Douglas Rushkoff: Survival of the Richest (Audible)