Lutherbibel als Faksimile

Normalerweise sind Faksimiles keine billige Angelegenheit. Desto erfreulicher, wenn der Taschenverlag eine Ausgabe für 99.- Euro vorlegt*. Mehr davon! (Siehe den Berichtin der „Welt“)

* Addendum Jan. 2010: Die natürlich mittlerweile vergriffen ist und bei Amazon Marketplace um fast das Doppelte gehandelt wird.

Kosten eines Irak Krieges

Der in Yale lehrende Volkswirtschaftler W.D. Nordhaus stellt in der New York Review of Books 19/2002 nüchtern eine qualifizierte Schätzung der potenziellen Kriegskosten an. Dabei geht er von einem sehr guten und einem ziemlich schlechten Szenario aus.

Im ersten Fall wäre ein Krieg schon für günstige 121 Milliarden Dollar zu haben. Sollte sich die Angelegenheit übel entwickeln, werden etwa 1600 Milliarden Dollar fällig.

Reise-Skizzen New York (1)

Es dürfte derzeit kaum eine sicherere Stadt als New York geben. Will man ein öffentliches Gebäude betreten, werden im besten Fall nur die Taschen durchsucht. Aber auch flughafenähnliche Sicherheitskontrollen mit modernster Technik sind keine Seltenheit. Bringt man diese Kontrollen hinter sich, kann man sich beispielsweise der gigantischen Kunstsammlung des Metropolitan Museum zuwenden. Angesichts der siebenstelligen Zahl an Kunstwerken empfiehlt sich eine strikte Auswahl. Ich konzentrierte mich auf Europäische Malerei und griechische Antike.

Die Gemäldegalerie versammelt eine Fülle von Höhepunkten der Kunstgeschichte. Dagegen wirkt das Kunsthistorische Museum in Wien fast wie ein Provinzinstitut. Alleine die vielen Selbstportraits von Rembrandt wären Grund genug für eine Reise nach New York.

Die Antikensammlung braucht keinen Vergleich mit griechischen Museen zu scheuen, was angesichts der zahlreichen legalen und illegalen Kunstexporte nicht überrascht. Man sollte sich mindestens zwei halbe Tage dafür Zeit nehmen.

Bibliothek deutscher Klassiker

Zwölf Bände neu aufgelegt hat der Aufbau Verlag. Preis: 99 Euro bzw. weniger als 30 Euro über Amazon Marketplace.

Nikolaj Gogol: Die toten Seelen. Roman

dtv (Amazon Partnerlink)

Religion ist der Entwicklung des Geistes im allgemeinen nicht förderlich (ein paar geistesgeschichtliche Ausnahmen durchaus zugestanden). Ein eklatantes Beispiel dafür ist die Nacht zum 12. Februar 1852, in der Gogol, aufgehetzt durch einen fanatisierten Priester, das Manuskript des zweiten Bandes seines Romans verbrannte.
Es ist zur Genüge bekannt, dass „Die toten Seelen“ einen Meilenstein der russischen Literatur darstellen. Wie so oft im ästhetischen Bereich, geht hohe Qualität mit hoher Komplexität einher. Ein Indiz dafür sind die bis heute divergenten Interpretationen des Werks. Von einer progressiven Darstellung der sozialen Problematik Russlands bis hin zu einer reaktionären Verklärung des Gutsherrentums reicht das Meinungsspektrum.

Von einem Beginn der realistischen Literatur in Russland kann man durchaus sprechen, allerdings nur, wenn man den satirischen Ansatz des Romans ausreichend würdigt. Abstrahiert man von den zahlreichen gelungenen Übertreibungen erhält man tatsächlich ein ungewöhnlich lebendiges Bild des damaligen Zarenreichs (genauer: der Provinz desselben).

Die überlieferten Fragmente des zweiten Teils hinterlassen einen zwiespältigeren Eindruck, zumal verstärkt gegen aufklärerische Bewegungen in Russland polemisiert wird und fragwürdige Typisierungen stattfinden.

Obwohl der umfangreiche erste Band am Anfang der großen russischen Romane des 19. Jahrhunderts steht, gehört er zu den besten seiner Art.

Archiviert…

…habe ich die kleinen griechischen Reise-Skizzen auf koellerer.de

Hier die einzelnen Beiträge der Serie:

  • Teil 1: Athen
  • Teil 2: Alt-Korinth und Mykene
  • Teil 3: Epidauros, Nauplia
  • Teil 4: Mistra, Olympia
  • Teil 5: Delphi
  • Bibliothek: Neuzugänge

  • Ian McEwan: Abbitte (Diogenes; Übersetzer: Bernhard Robben)
  • Brigit Carnabuci: Sizilien. Griechische Tempel, römische Villen, normannische Dome und barocke Städte im Zentrum des Mittelmeeres (Dumont Kunst-Reiseführer; für die Vorbereitung meiner nächsten Reise)
  • Journal of the History of Ideas No. 3/2002 (Locke, Leibniz, „Romanticism and the Origins of the Greeks“ uvm.; John Hopkins University Press; ISSN 0022-5037)
  • Klaus Bringmann: Geschichte der römischen Republik. Von den Anfängen bis Augustus (C.H. Beck Historische Bibliothek; Neuerscheinung)
  • Zyklus Albert Berg Quarett: 1. Konzert

    aron quartett
    Konzerthaus 26.11.
    Viktor Ullmann: Streichquartett Nr. 3 op. 46 (1943)
    Alban Berg: Streichquartett op. 3 (1910)
    Antonin Dvorák: Streichquartett Nr. 13 op. 106 (1895)

    Traditonsgemäß bestreitet ein Gastensemble das erste Konzert dieses Zyklus und erhält dadurch Gelegenheit, sich dem Wiener Streichquartett-Publikum vorzustellen. Die Interpretationspraxis bewegte sich in bewährtem Rahmen, auf eine musikalische Profilierung durch Extravaganzen wurde verzichtet.

    Die Zusammenstellung des Programms verdient wegen des selten gespielten Ullmann-Quartetts großes Lob, es wurde dann auch mit entsprechendem Verve gegeben. Bei Alban Berg fanden die vier Musiker zu einem guten Mittelweg zwischen Expression und Exaktheit.

    Ein zwiespältiges Gefühl ließ Dvoráks Nr. 13 zurück. Kompositorisch einfallsreich, wirkt es ästhetisch etwas antiquiert, wenn man etwa an die späten Beethoven Quartette denkt.

    Studienreise für Wagemutige

    Organisierte Studienreisen haben den Ruf der Betulichkeit. Dass hier durchaus spannende Abenteuer möglich sind, zeigt der Wiener Anbieter Akademischer Reisedienst, der in seinem neuen Katalog 2003 nach wie vor den Irak im Programm hat, darunter Termine, die sich meterologisch besonders für amerikanische Ausflüge in diese Region eignen. Der Scan auf koellerer.de

    Reise-Skizzen Griechenland (5): Delphi

    Ein kulturgeschichtlicher Höhepunkt jeder Griechenland-Reise und auch in der Nachsaison von Touristen überlaufen. Am Berg gelegen sind die für eine solche Stätte typischen Ruinen zu finden (Tempel, Stadion, Trainingsstätte), aber auch eine Reihe von Häusern mit Weihegaben der einzelnen Stadtstaaten.

    Hier also wurde altgriechische Politik gemacht, praktischerweise verknüpft mit für damalige Verhältnisse sehr beachtlichen Geldströmen, welche durch geschickte Priester in die richtigen (also die eigenen) Kassen umgeleitet wurden.

    Bei dieser Gelegenheit sei auf die zweisprachige kleine Anthologie „Das Orakel von Delphi. Geschichte und Texte“ hingewiesen, das bei Reclam erschienen ist und für wohlfeile 3,10 Euro zu haben ist.

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    „Die Presse“ meint:

    "Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
    (5. Januar 2013)

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