Bibliothek: Neuzugänge

  • Baedeker: Österreich (Baedeker, 9. Auflage 2000 bzw. 12. Auflage 2009)
  • Franz Kafka: Briefe 1900-1912 (S. Fischer; kommentierte Ausgabe; 50 Euro)
  • Klaus Wagenbach: Kafkas Prag. Ein Reiselesebuch (Wagenbach SALTO; sehr schöne Ausgabe)
  • Klaus Wagenbach: Franz Kafka. Bilder aus seinem Leben (Wagenbach Paperback bzw. gebunden; antiquarisch erworben)
  • Samuel Beckett: Glückliche Tage (suhrkamp taschenbuch, dreisprachige Ausgabe)
  • The New York Review of Books und die Religion

    Die Ausgabe 5/2002 der NYRB hat einen ungewöhnlichen Schwerpunkt: Religion. Freeman J. Dyson beschäftigt sich mit den seltsamen Endzeitvisionen des John Polkinghorne und dessen argumentativen Verrenkungen:

    The way a scientific argument goes is typically as follows: We have a number of theories to explain what we have observed. Most of the theories are probably wrong or irrelevant. Then somebody does a new experiment or a new calculation that proves that Theory A is wrong. As a result, Theory B now has a better chance of being right. The way a theological argument goes is the other way round. We have a number of theories to explain what we believe. Different theologians have different theories. Then somebody, in this case Polkinghorne, declares that Theory A is right. As a result, Theory B now has a better chance of being wrong.

    Die weltlichen Eskapaden eines amerikanischen ZEN Gurus schildert* Frederick Crews anhand des Buches von Michael Downing: “Shoes Outside the Door. Desire, Devotion, and Excess at San Francisco Zen Center”. Erhellende Einblicke für an Religionspathologie Interessierte sind gewährleistet. Erfreuliches hat auch Beinahe-Jesuit Garry Wills über den Niedergang des Jesuiten-Ordens zu berichten*. Es gäbe kaum mehr Nachwuchs, weshalb immer mehr weltliche Lehrer eingestellt werden müssten.

    Die unrühmliche Rolle des Vatikans bei der Entstehung des modernen Antisemitismus schließlich steht im Mittelpunkt des Aufsatzes von Owen Chadwick. David I. Kertzer schrieb ein materialreiches Sachbuch zum Thema: “The Popes Against the Jews: The Vatican’s Role in the Rise of Modern Anti-Semitism”.

    * Die Artikel sind mittlerweile Teil des kostenpflichtigen Archivs der NYRB.

    Grass, Schlink und Co.

    Die peinlichen Versuche, aus Grass einen Revisionisten zu machen und Schlinks außergewöhnlichen Roman “Der Vorleser” aus der Literatur zu verbannen kommentiert Volker Hage in einem ausführlichen Artikel beim “Spiegel”.

    Pulitzer Preise 2002

    Die New York Times hat eine nützliche Übersichtsseite zusammengestellt, auf der sich auch Links zu den Rezensionen der ausgezeichneten Bücher befinden.

    Der österreichische PEN Club

    Er spielte keine unwichtige Rolle im österreichischen literarischen Leben, weshalb das anzuzeigende umfangreiche Buch von Roman Rocek über den Club eine wichtige Lücke schließt. Siehe die Besprechung bei IASLOnline.

    Kirch Media ist pleite!

    Die gute Nachricht für alle Kulturpessimisten: Audiovisueller Müll garantiert keine florierenden Firmen.

    Addendum Jan. 2010: Siehe auch die Süddeutsche Zeitung von Juni 2002, Der Traum des Leo Kirch.

    Astronomisches

    Eine der spannendsten wissenschaftlichen Unternehmungen der letzten Jahre ist die Suche nach Planeten außerhalb des Sonnensystems, von denen man inzwischen ca. 100 nachweisen kann. BBC Online berichtet über neue Erkenntnisse durch Simulationen.

    Gesucht: Lukas von Hildebrandt

    Er hat mehrere der schönsten Gebäude in Wien errichtet, das Belvedere etwa oder die Piaristenkirche, weshalb man ihn geheimhin zu den wichtigsten Architekten des Barock zählt. Desto erstaunlicher: Es war mir nicht möglich, auch nur ein Buch über von Hildebrandt zu finden (die üblichen Datenbanken wurden naturgemäß befragt).

    Doderer: Die Merowinger oder Die totale Familie.

    dtv (Amazon Partnerlink)

    Ein eigenartiges Lektüreerlebnis. Ich kann mich an keinen Roman erinnern, bei dem meine Bewertung so oft zwischen Extremen schwankte. Sehr positiven Urteile (skurril, einfallsreich, höchst originell, singulär…) standen abwechselnd negative (langatmig, an den Haaren herbeigezogen, überladen, zu viele Wiederholungen…) gegenüber.
    Ein endgültiges Verdikt soll auch an dieser Stelle auch nicht gesprochen werden. “Die Merowinger” stehen in der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur jedenfalls ziemlich einmalig da, was an sich schon für eine große kreative Leistung spricht. Die Art des Humors erinnert stellenweise frappierend an Monty Python. Bereue es nicht, das Buch gelesen zu haben.

    Hans Magnus Enzensberger und die Naturwissenschaften

    Nicht immer klingt es hohl, wenn das schöne Wort auf die exakten Wissenschaften trifft. Dieter E. Zimmer rezensiert den neuen Essayband des Autors:

    Keinen Augenblick lang hört HME auf die verwirrenden Sirenengesänge der wissenschaftskritischen Postmodernisten, die den Naturwissenschaften genau diese ihre tendenziell objektive Gültigkeit absprechen und jede wissenschaftliche Erkenntnis am liebsten für ein subjektives sozialpsychologisches Konstrukt halten würden, einen Text mehr, an dem sie ihre akrobatischen Dekonstruktionskünste auslassen können.

    • RSS Feed for Posts
    • RSS Feed for Comments
    • Twitter
    • XING
    • Facebook

    “Die Presse” meint:

    "Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
    (5. Januar 2013)

    Flattr

    Wer mag, kann die Notizen durch "flattern" unterstützen.

    Aktuell in Arbeit

    Tweets

    Aktivste Kommentatoren